Partner

Nochmals ISPA

 

Um die ISPA und die Vorgänge bei der Generalversammlung vorige Woche ist eine heftige Diskussion entbrannt. Deshalb geben wir einen offenen Brief eines der ISPA-Gründer wieder.

(Wien, 17.11.2008) Von Michael Haberler, einem der Gründer der ISPA und der IPA, erreichte uns folgender offener Brief:

Betreff: Dein Artikel "Putsch in der ISPA" http://www.telekom-presse.at/services/meinung_34802.html

Lieber Peter,

mit einigem Erstaunen habe ich Deine Auslassungen zum "Putsch in der  ISPA" gelesen. Bislang hatten Deine Äußerungen meistens Hand und  Fuß, aber in diesem Fall hast Du Dich - so scheint mir jedenfalls -  als Überdruckventil eines Nicht-Gewählten instrumentalisieren lassen, und das trübt naturgemäß etwas die Realitätswahrnehmung.

... Als die ISPA anno 96 gegründet war, gab es eine Aufbruchsstimmung - eine gemeinsame Causa, und einen Markt, dessen Wachstum für jeden (und auch seine Fehler) Platz bot. Es war damals eine bewusste Entscheidung von uns, auf eine sehr weitgehende Inklusion aller zu setzen, die in irgendeiner Form professionell mit dem Internet zu tun haben - daher neben den offensichtlichen Kandidaten Access und Internet-Services auch Medien, non-profits etc. Uns war sehr wohl bewusst, dass dieser allumfassende Zugang - der zum erhofften footprint als "erste Adresse in Sachen Internet" führen sollte - andererseits problematisch sein würde, was eingebaute Interessenskonflikte zwischen den Mitgliedern angeht. Dieser eingebaute Konflikt war in der Aufbruchsstimmung und den Jahren des wilden Wachstums nicht offensichtlich, mittlerweile ist er es aber. Und dieser Konflikt manifestiert sich primär im Access-Bereich - dort aber mittlerweile so intensiv, dass ein Hinterfragen der Annahmen aus der Gründungsphase durchaus legitim ist.
Meiner Meinung nach kristallisiert sich das an einer wesentlichen Frage - der Positionierung der ISPA im Access-Bereich. Entweder man ist "all things to all people", oder man hat eine klare Wettbewerbspositionierung - die naturgemäß die Positionen einzelner potentieller Mitglieder schwer einschließbar macht. "Incumbent versus Alternative" lässt sich auch mit Strategiefindungsprozessen nicht wegbeten.

Anders als von Dir behauptet ist eine Provider-Organisation des Zuschnitts ISPA sicherlich nicht "Plattform für alle Stakeholder" - sondern genau das - eine Plattform für Provider nämlich.

...Persönlich tut es mir leid für Wolfgang Schwabl, für dessen Integrität ich die Hand ins Feuer lege. Wer immer aber ihn dazu ermutigt hat, hat ihm keinen guten Dienst erwiesen - er ist leider bei der falschen Firma für einen ISPA-Präsidenten. Das konnte nicht funktionieren.

Ich würde mich freuen, von Dir wieder einen Artikel zum Thema zu lesen - vorausgesetzt, er ist ernsthaft recherchiert.
liebe Grüße
Michael Haberler
(zur Gänze nachzulesen als Posting hier)

Antwort pfm:

Lieber Michael,

mit Erstaunen nehme ich Deine Mitteilung zur Kenntnis, dass sich die ISPA nun nicht mehr um Anliegen wie Content kümmern soll. Obwohl es eine Arbeitsgruppe dazu gab, obwohl es immer wieder Veranstaltungen dazu gab (Internet als 4. Kulturtechnik) etc - schon vergessen? Du schreibst selbst, dass sie auch dafür gegründet worden war und eben alle Stakeholder einbezogen wurden. Und jetzt haben die Provider genug von uns und schmeißen uns wieder hinaus? So beschreibst Du es. Und ganz genau so habe ich es empfunden und beschrieben. Du mit Verständnis dafür - ich sehe es als Putsch gegen die Stakeholder, die eben nicht Provider sind. Dann hätten die Provider eben ehrlich genug sein sollen und nicht 205 Firmen in die ISPA aufnehmen sollen. Ehrlicher wäre auch gewesen zu sagen: "Liebe Stakeholder, die ihr nicht Provider seid, danke für Eure Mitarbeit in den letzten zwölf Jahren, danke auch für Euer Geld, aber jetzt schleichts Euch bitte."

Aber wenn ich nun sogar schon von Dir die Kampfparolen zu hören bekomme, ist es wohl wirklich so, dass die ISPA nicht mehr zu retten ist und sich wohl entweder selbst marginalisiert oder sich irgendwann mit dem VAT vereinigen wird. Wenn die ISPA zur Kampfplattform gegen die TA wird, wäre das schade, denn dafür gibt es eben den VAT. Wohlgemerkt - ich meine, der VAT hat sehr wohl eine wichtige Funktion! Und es stimmt dann wohl auch die Eigendefinition der ISPA nicht mehr, wie sie auf deren Website nachzulesen ist.

Ich weise Deine Unterstellung zurück, dass ich mich von irgendjemand instrumentalisieren lasse. Auch in Postings findet sich manchmal der Vorwurf, ein Artikel sei gekauft - aber es gilt wohl eher, dass solche Unterstellungen von Leuten kommen, die sich selbst des Kaufs von Artikeln oder ähnlichem bedienen, also damit schon Erfahrung haben. Ich habe tatsächlich zu einigen Leuten im Vorstand Kontakt, denen aber TA-Nähe nicht nachgesagt werden kann. Wolfgang Schwabl habe ich früher mehrfach für Data Rentention Artikel befragt, und ich schätze ihn wegen seiner Kompetenz, wie offenbar auch Du. Und um die Wahl des Präsidenten geht es auch nicht, sondern um die Zusammensetzung des Vorstandes, die nun eben nicht mehr die Branche repräsentiert.

Die Methode, einem Artikelschreiber Instrumentalisierung oder Auftragswerk vorzuwerfen, ist ein Anzeichen dafür, dass der Artikel den Kern genau trifft. Denn wenn die Argumente ausgehen, bleibt einfach nur mehr die Unterstellung oder das Anpatzen - irgendetwas wird schon hängenbleiben.

Übrigens ist das kein recherchierter Artikel, sondern steht in der Rubrik Meinung. Leider kannst offenbar nicht nur Du zwischen Kommentar und recherchiertem Artikel unterscheiden. Ich sage hier MEINE Meinung und zwar als pfm, Journalist und stimmberechtigter Teilnehmer an der Generalversammlung der ISPA. Man kann meine Meinung als falsch angreifen, aber nicht als schlecht recherchiert bezeichnen - das ist Unsinn.

Liebe Grüße
Peter

( )


Reaktionen auf diesen Artikel

Lieber Her Haberler
ihre Statements über Rauchen und so sind zeimlich originell (Leider hier nicht wiedergegeben aber dafür als Posting zu dem vorigen Mayer-Kommentar). Ich hab mir grad die Mitgliederliste angesehen, von der ISPA. Da sind auch die Alcatel und die Cisco dabei. UNter anderem. Was meinen Sie? Die werden jubeln, wenn die ISPA zum Kampfverband gegen die TAund gegen den Infrastruktur-Ausbau werden?Darf ich Sie fragen was Sie geraucht haben, wie Sie Ihr Posting geschrieben haben?
  Harry - 2008-11-18
  Antworten >>

Sehr witzig
Hier posten zwar alle möglichen Leute super witzige Kommentare. Mir fehlt aber ein Statement des neu gewählten Vorstandes der ISPA. Ist das alles richtig was Peter F. Mayer ihm vorwirft? Oder ist es bloß Nonsense.
Angeblich ist der Vorstand ja heute zusammengetreten um über Kooptierungen zu entscheiden. Auf fer ISPA HP ist jedenfalls am Abend des Dienstag nichts zu finden!?
Kann es sein, dass die Herrschaften jetzt Angst vor der eigenen Courage bekommen haben?
  Besorgt - 2008-11-18
  Antworten >>

Türken - (1)
Der Klaus Emmerich hatte schon recht. Kann sich irgendwer vorstellen, dass in Österreich ein Türke zum Präsidenten gewählt wird? Nein, nicht mal in der ISPA darf das passieren!
Übrigens, das ist ein Posting auf heise.de ....
  karl-heinz - 2008-11-18
  Antworten >>

Noch schlimmer
Bei uns in Österreich schafft es ein Türke wahrscheinlich nicht einmal in den Vorstand.
Tu felix Austria nube - geht bei den beiden (Koman und Türke) auch nicht, weil beide sind Männer ... und da ist die ÖVP davor.
  Ludwig II - 2008-11-18

Wer im Glashaus sitzt ... - (1)
... Lieber Herr Peter F. Mayer,

Es ist schon sehr unterhaltsam zu sehen, wie Sie zwar herumpoltern, selbst aber offenbar mit rhetorischer Duennhaeutigkeit gesegnet sind.

Und nein, amuesiert darf ich Ihnen berichten, dass ich es weder noetig habe oder hatte, mir Stimmen oder Artikel zu kaufen, noch dass mit der ISPA irgendeine persoenliche oder wirtschaftliche Verflechtung bzw. Interesse bestuende (Sie haben komplett daneben geraten, ich darf Ihnen bzw. dem Jugendfoto von Andreas S. also hiermit den Taliban wieder zurueckreichen, halten Sie ihn in Ehren am Kaminsims oder einem sonstigen schoenen Plaetzchen).

Vielleicht sollten Sie ja Ihr journalistisches Sperrfeuer - oh pardon, mea maxima culpa, es ist ja Ihre Meinung, der natuerlich als "Artikel" in ein Medium verpackt, wohl mehr Objektivitaet, zumindest aber mehr Gewicht zukommen soll - einstellen bzw. doch akzentuierter, nach mehr als nur persoenlicher, schon beinahe institutioneller Kraenkung aussehend, aeussern, denn ansonsten erreichen Sie lediglich, dass Ihr sonstiges Werken auch mit dem auf diese Aus-dem-Bauch-heraus-Elaborate anzuwendenden Masstab gemessen werden koennten.

Herzlichst - und noch immer schmunzelnd

Ihr ano@nym.at
  ano@nym.at - 2008-11-18
  Antworten >>

Originell
Ich bin auch zu feig meinen Namen unter meine Erguesse zu setzen. Und auch ich glaube, dass das Internet noch so altertuuehmlich ist, dass es Umlaute nicht versteht - deshalb schreibe ich meine Erguesse mit anglikanischen Buchstaben.
Liebe Gruesse aus dem vorigen Jahrhundert.
  auch anonym - 2008-11-18



Google Suche

Newsletter