Siemens Österreich-Chefin Brigitte Ederer muss in Österreich und in den Niederlassungen der CEE-Region weiterhin den Rotstift ansetzen - trotz sehr guter Auftragslage.
Das Kostensenkungsprogramm des deutschen Konzerns zieht nun auch in Österreich sowie in Zentral- und Südosteuropa weitere Kreise: 620 Jobs werden wegfallen. Ein Management-Buyout soll die Jobs retten. Die Auftragslage sei "sehr gut".
(Wien 30.6.2008) Siemens Österreich wird sich von seinen als "Non-Group-Activities" bezeichneten Geschäftsbereiche so schnell wie möglich trennen. Dazu zählen Teile der Elektronik-Fertigung Simea. Betroffen davon sind 620 Jobs – mindestens 100 im Metallwerk Wien, 165 Jobs in der Schaltschrankfertigung in Linz sowie 210 Arbeitsplätze bei der Elektroniksparte für Hausgeräte-Komponenten und Steuerungen in Siegendorf im Burgenland. Alle drei Betriebsbereiche sollen gemeinsam verkauft werden. "Wir bevorzugen einen Management-Buyout", erklärte Siemens Österreich-Chefin Brigitte Ederer. Es sei davon auszugehen, dass der Verkauf ohne größere Arbeitsplatzverluste vonstatten gehen werde. Bis zum 1. Oktober, dem Beginn des neuen Geschäftsjahres 2008/2009, soll der Verkauf vollzogen sein.
Von weiteren 590 Jobs in der Wiener Elektronikfertigung will man sich nicht trennen. Ebenso soll der rumänische Simea-Standort mit über 400 Mitarbeitern im Konzern verbleiben. Die Mitarbeiter dieser Standorte werden künftig zum Bereich "Industrial Automation" und "Drive Technologies" zugeordnet werden.
Weitere Kostensenkungen trotz voller Auftragsbücher Trotz sehr guter Auftragslage, wie Ederer bestätigt, wird weiterhin der Rotstift angesetzt. Binnen der kommenden zwei Jahre muss Siemens Österreich den Rotstift ansetzen. 42 Millionen Euro müssen in den kommenden zwei Geschäftsjahren im Rahmen eines Kostensenkungsprogramms eingespart werden. In der Region Zentral- und Osteuropa (CEE), die von Siemens Österreich-Chefin Ederer ebenso geleitet wird, müssen weitere 71 Millionen Euro eingespart werden – davon 20 Prozent in Verwaltung sowie zehn Prozent im Vertrieb. Wie viele Jobs dabei wegfallen werden, steht derzeit noch nicht fest, erklärte Ederer. In den nächsten Tagen werde diesbezüglich mit dem Betriebsrat die Verhandlungen geführt werden.
Siemens-Konzernchef Peter Löscher hat am Samstag angekündigt, weltweit 17.000 Arbeitsplätze zu streichen. Damit soll ein Einsparungspotenzial in Höhe von 1,2 Mrd. Euro erzielt werden. Gleichzeitig hatte Konzernchef Löscher erklärt, "Siemens hatte noch nie so volle Auftragsbücher".
Die Aktien des Konzerns notieren bei 70,19 Euro, um 0,44 Prozent schwächer als am Montag. Anfang Jänner 2008 notierten die Siemens-Papiere noch bei 109,96 Euro.