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Studie fordert Zerschlagung von Google

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In einer Studie der TU Graz warnen Experten vor einer Realitätsverzerrung und Bedrohung der Kapitalmärkte und fordern eine Regulierung des Internets.

(Wien, 4.12.2007) Suchmaschinenprimus Google gerät immer mehr ins Kreuzfeuer der Kritik. In einer Studie der TU Graz mit Unterstützung des Infrastrukturministeriums wird nun sogar die Zerschlagung des Unternehmens geraten. Hermann Maurer, Studienautor und Informatik-Professor, ist der Meinung, Google gefährde die Wahrnehmung der User einerseits und bedrohe Kapitalmarktmechanismen andererseits.

Machtanhäufung
Von den 61 Milliarden Suchabfragen, die laut dem Marktforschungsunternehmen ComScore monatlich im Internet getätigt werden, werden alleine 37 Milliarden über Google gestellt. Fast 95 Prozent aller österreichischen Internet-User nutzen laut Austrian Internet Monitor die weltgrößte Suchmaschine. "Jeder, der die Situation betrachtet, muss sich dessen bewusst sein, dass Google in noch nie da gewesener Art Macht angehäuft hat und damit unsere Gesellschaft in Gefahr bringt", so Maurer gegenüber der APA.

Google-Wiki-Welt
Maurer vermutet zudem, dass Google eng mit der Online-Enzyklopädie Wikipedia zusammenarbeite. So fand er in seiner Untersuchung heraus, dass bei willkürlich gewählten deutschsprachigen Suchbegriffen in 70 Prozent der Fälle Wikipedia als erstes Suchergebnis angeführt wird. Bei Yahoo seien es hingegen nur 50 Prozent, bei Altavista 45 Prozent und bei Microsoft Live nur 21 Prozent. Durch die "Google-Wikipedia-Version der Realität" bestehe die Gefahr, dass die Suche nach Informationen zu einer verzerrten Wahrnehmung führe.

Zu viel Wissen über Entwicklungen
Zudem besitze Google die Möglichkeit an den Börsen ohne Risiko Aktien kaufen und verkaufen zu können, da das Unternehmen universelles Wissen darüber erreicht habe, was auf der Welt gerade geschieht. So könne der Suchmaschinenanbieter in manchen Bereichen die Entwicklung gesichert voraussagen. Laut der Spieltheorie basiere der Handel allerdings auf der Tatsache, dass niemand sämtliche Informationen kenne und daher manchmal gewinne und manchmal verliere. Spieler, die jedoch nie verlieren, würden die Grundfeste des Kapitalmarktes gefährden, geht aus der Studie hervor.

Regulierung gefordert
Die Studienautoren fordern daher auch eine Regulierung für das Internet. Wenn sich das nicht international durchsetzen lasse, so müssten Kartellverfahren eingeleitet werden, durch die Google in mehrere  Firmen aufgeteilt werde. Besonders die Akquisition von DoubleClick stößt bei den Studienautoren auf Kritik. Die 3,1 Milliarden Dollar schwere Übernahme wird von der EU-Kommission tiefergehend geprüft, da zu befürchten ist, dass Google den Wettbewerb am Markt für Werbevermittlung im Internet durch den Kauf der Anzeigenfirma behindern könnte. Die Entscheidung soll bis zum 2. April 2008 fallen.

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