(Wien, 29.11.2009) Im Rahmen des weltweit namhaftesten Wettbewerbs für Bildjournalismus, der World Press Photo Ausstellung, werden die jeweils aussagekräftigsten drei Fotografien in 10 Kategorien wie Spot News, Stories, Sports Action oder Nature von einer 13-köpfigen Jury aus internationalen Fotografen und Presse-Repräsentanten gekürt. Seit 1955 ruft der Vorstand der World Press Photo Foundation, einer unabhängigen Plattform des Fotojournalismus mit Sitz in Amsterdam, Pressefotografen und Fotojournalisten rund um den Globus zur Teilnahme am World Press Photo-Wettbewerb auf. Die World Press Photo 2009 wurde in Barcelona, Groningen, Innsbruck, Kyoto, Luanda, Lucca, Maastricht, Maia, Santa Domingo, Vitoria-Gasteiz und Wien gezeigt. Auch heuer zog die Ausstellung wieder jede Menge Besucher in den Bann der Momentaufnahme.
Internationaler Contest
Das World Press Photo des Jahres, wird für ein Einzelfoto verliehen, das nicht nur eine fotojournalistische Erfassung des Jahres ist, sondern ein Thema, eine Situation oder ein Ereignis von großer journalistischer Bedeutung repräsentiert und dabei eine herausragende Leistung Bereich der visuellen Wahrnehmung und Kreativität zeigt.
Pressefoto des Jahres 2008
Diese Auszeichnung ging für das Jahr 2008 an den US-Amerikaner Anthony Suau, der am 26. März für die Time einen Polizisten fotografiert. Nach einer Zwangsversteigerung und Räumung eines Hauses muss der Polizist kontrollieren, ob die Besitzer das Haus verlassen haben, und ob keine Waffen zurückgeblieben sind. Die Polizisten arbeiten mit gezogener Waffe, um sich vor Hausbesetzern oder Junkies, die die Häuser besetzen, zu schützen.

Mit gezogener Pistole sichert ein Polizist die Räumung eines überschuldeten Eigenheimes. Ein Symbolbild der US-Immobilienkrise, urteilte die Jury.
Krieg trifft Alltag
"Die Stärke des Fotos liegt in seinen Gegensätzen. Es sieht aus wie eine klassische Kriegsfotografie, dabei geht es nur um die Räumung nach einer Zwangsversteigerung. Der Krieg in seinem klassischen Sinn dringt in die Häuser der Leute, einfach weil sie ihre Raten nicht mehr bezahlen können", sagte MaryAnne Golon, die Vorsitzende der Jury, zur Begründung.

Die Aufnahmen dokumentieren das Börsendilemma vom 29. März 2008.

Ebenfalls unter den 200 ausgezeichneten Pressefotografien fanden sich Barack und Michelle Obama, die hier auf der Schulter ihres Mannes einen seltenen ruhigen Moment findet.
Jährlicher Fotografie-Highlight
Nicht nur für einen kalten Sonntag ist ein Besuch der World Press Photo Ausstellung zu empfehlen. Memo an mich und ein Tipp für alle Interessierten im nächsten Jahr: Nicht bis zum letzten Tag warten. Ansonsten bekommt man für den Eintrittspreis von 6,50 Euro Warteschlangen, Gedrängel und auf die Füße treten satt gleich mit dazu.
Gewinner-Galerie 2009
Westlicht
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