Wikileaks-Informat muss vor Kriegsgericht

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Wikileaks-Informat muss vor Kriegsgericht

 
 

Bradley Manning wird auf Empfehlung der US-Justiz offiziell vom Militär angeklagt und muss sich vor einem Militärgericht in 22 Anklagepunkten verantworten.

 

(04.01.2012, 13:45) Bradley Manning wird verdächtigt, geheime Unterlagen kopiert und an Wikileaks weitergegeben zu haben und damit, so die Armee „den Feind unterstützt zu haben“. Dies ist einer von 22 Anklagepunkten gegenüber denen sich Manning nun vor einem Militärgericht zu verteidigen hat.

 

Der entlassene Soldat und früherer Nachrichtenspezialist der US-Armee soll während seines Dienstes im Irak mehr als 700.000 geheime US-Berichte sowie Videoaufnahmen von Kampfeinsätzen an die Whistleblower-Plattform Wikileaks weitergegeben haben. Ihm wird damit in erster Linie die unrechtmäßige Verbreitung von Geheimdokumenten über das Internet vorgeworfen. Im Detail wurden Beweise vorgebracht, dass Manning über eine halbe Million Berichte aus dem Irak und Afghanistan und ein Video von einem tödlichen Hubschrauberangriff elektronisch an die Enthüllungs-Plattform übertragen hat.  Wird er in diesem Anklagepunkt schuldig gesprochen, droht ihm eine lebenslange Haftstrafe. Theoretisch gar die Todesstrafe.

 

Die Entscheidung, dass Manning sich nun vor einem Militärgericht verantworten muss, wurde vom Kommandeur des Militärbezirks in Washington, Generalmajor Michaels Linnington, getroffen. Der Richter, der über den Fall entscheidet, muss noch ernannt werden.

 

Die Verteidiger Mannings setzen nun auf die emotionale Instabilität des 24-Jährigen und versuchen sich damit zu rechtfertigen, dass der junge Mann nie im Irak stationiert und keinen Zugang zu geheimen Dokumenten hätte erhalten dürfen. Anhänger Mannings haben sich zu der Bradley Manning Support Group zusammengeschlossen. Jeff Paterson, einer der Gründer dieser Gruppe, spricht davon, dass die Regierung allen Amerikanern eine ehrliche Erklärung für diese außergewöhnliche Vergeltungsmaßnahme gegen den jungen Ex-Soldaten schulde.

 

Manning wurde im Mai 2010 verhaftet, wobei mehrmals die Bedingungen seiner Untersuchungshaft im US-Militärgefängnis Quantico von mehreren Seiten gerügt wurden. Unter anderem haben sich auch Folterbeauftragte der UN gegen die dort herrschenden Zustände ausgesprochen.

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