Frankfurt (3.9.2010) Wie der Dow Jones Nachrichtendienst vermeldet, steht die Deutsche Telekom knapp vor dem Verlust der Exklusivrechte für das iPhone in Deutschland. Demnach sollen Vodafone und die Telefónica -Tochter o2 ebenfalls das Aplle Smartphone anbieten können. Ein Strategieechsel Apples beim Vertrieb des iPhone wird nun manifest.
Dier Abschied Apples von der iPhone-Exklusivität ist bereits seit längerer Zeit im Gang: In Großbritannien etwa verlor Telefónica diese schon im vergangenen Jahr, während das Telefon in Deutschland inzwischen auch beim Dienstleister freenet in Absprache mit der Telekom und Apple im regulären Angebot zu finden ist.
Die Telekom vertreibt seit 2007 das iPhone in Deutschland exklusiv, die Dauer der Vereinbarung wurde aber nie genannt. Die Telekomkonzerne wollen mit den Geräten Rückgänge in der klassischen Mobiltelefonie durch den Verkauf von Datenpaketen auffangen, da die Preise für Sprache wegen der Marktsättigung seit Jahren unter Druck sind.
Deutsche Telekom bleibt cool
Die Telekom Deutschland bleibt trotz eines möglichen Verlustes ihrer Exklusivrechte auf Apples iPhone cool. "Wir haben einen Vertrag mit Apple, der ist weiterhin gültig", sagte Marketingchef Christian Illek heute der Finanz-Nachrichtenagentur dpa-AFX in Berlin. "Wir sind momentan in Gesprächen mit Apple. Insofern gibt es nichts Neues zu dem Thema." Der Vertrag läuft bis zum Jahr 2012, kann jedoch vorher von beiden Seiten gekündigt werden.
Der Deutschlandchef der Telekom, Niek Jan van Damme, sagte auf der IFA: "Wir hoffen natürlich, dass wir die Exklusivität noch lange behalten." Es gebe aber mittlerweile noch sehr viele gute Alternativen zum iPhone. "Selbst wenn wir die Exklusivität verlieren, sind wir mit den anderen Geräten sehr gut aufgestellt." Die Telekom würde den Verlust weniger merken als noch vor einem Jahr.
Auswirkungen auf Österreich
Der Standard berichtet heute, dass 3 Vertriebsrechte für das iPhone erhalten werde. Da aber A1 einen weitreichenden und langfristigen Kooperationsvertrag mit Vodafone abgeschlossen hat, der auch das Handy-Sourcing mit einschließt ist es wohl wahrscheinlicher, dass A1 im Gefolge von Vodafone die vertriebsrechte für das iPhone erhält.
Der Strategiewechsel
Die Deutsche Telekom hatte sich jüngst immer wieder über Lieferschwierigkeiten beim iPhone beklagt. Man könnte mehr verkaufen, würde Apple die Bestellungen zeitgerecht erfüllen, hieß es wiederholt. Unzufriedenheit mit den Stückzahlen kann es daher wohl kaum sein.
Angesichts der großen Erfolge der Top-Modelle mit dem Betriebssystem Android liegt eher der Schluss nahe, dass Apple von der Politik der Verknappung zumindest des Vertriebsweges abgeht. Bei A1 ist etwa das Galaxy S ein riesiger Erfolg und auch das HTC Desire verkauft sich weltweit in höchsten Stückzahlen. Verknappung und Exklusivität sind gute Marketingmittel, wenn man ein überlegenes Produkt hat. Diese Überlegenheit ist eindeutig dahin und viele Tester bewerten Geräte wie das Galaxy S sogar etwas besser als das iPhone 4.
Ich glaube daher, dass wir es mit einem Strategiewechsel von Apple zu tun haben, der nichts mit der Deutschen Telekom zu tun hat, aber alles mit dem Erfolg von Android.
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