(26.12.2011, 14:30) Schon länger wurde aufgrund der immer schlechteren Lage am Markt für Fernsehgeräte darüber spekuliert, dass die Zusammenarbeit zwischen Sony und Samsung bei der Produktion von LCD-Fernsehbildschirmen beendet werden könnte. Gestern wurde dies offiziell bestätigt.
Nach 7 Jahren Zusammenarbeit wurde gestern von Samsung Electronics angekündigt, dass das Unternehmen Sonys Anteil an dem Joint Venture S-LCD am Beginn des kommenden Jahres übernehmen wird. Dabei wird Samsung Sonys Anteil von 49 Prozent um voraussichtlich umgerechnet 720 Millionen Euro kaufen.
Für Sony rentierte sich die Beteiligung an S-LCD nicht. Der hohe Preisverfall bei Fernsehgeräten in den vergangenen Monate führte zu roten Zahlen in Sonys TV-Sparte. Bereits im November kündigte der Konzern an, dass er für das laufende Geschäftsjahr, welches im März 2012 endet, mit einem Verlust in der Höhe von 90 Mrd. Yen rechne. Hauptgründe dafür sind die geringe Nachfrage nach LCD-Fernsehgeräten in der USA und in Westeuropa, der starke Yen und die massenhafte Produktion günstiger Bildschirme in Thailand.
Weiterhin Zusammenarbeit bei Entwicklung
Vereinbart wurde aber, dass Samsung den japanischen Konzern weiterhin mit LCD-Panels beliefern wird und sich an der Technologieentwicklung auch zukünftig beide Unternehmen beteiligen werden.
Das Joint Venture wurde 2004 gegründet, um in dem rasant wachsenden Segment die Forschungs- und Entwicklungskosten zu senken und um gemeinsames Know-How nutzen zu können. Die Situation am TV-Markt hat sich seither aber stark verschlechtert. Mit der Entscheidung die Geschäftsbeziehung zu ändern, reagierten die Konzerne nun auf diese schwierigen Bedingungen.
Sony möchte sich vor allem eine „flexible und stetige Versorgung mit LCD-Panels von Samsung sichern, die auf Marktpreisen basiert“ und befreit sich gleichzeitig von den Kosten und der Verantwortung für die Produktion. Samsung hofft, mit der Übernahme der Anteile eine größere Effizienz bei Herstellung der LCD-Panels zu erreichen.
Bereits im November wurde bekannt gegeben, dass Sony sich mit einem Anteil von zehn Prozent an Japan Display beteiligen wird, einem Unternehmen, welches von der Innovative Network Corporation of Japan (INCJ) geführt wird. Auch andere Hersteller wie Toshiba und Hitachi sind Partner und versuchen durch die Zusammenarbeit ihre Ressourcen zu bündeln.
Auch bei anderen Herstellern zeigen sich Reaktionen auf den schwachen Absatz im TV-Bereich. Der niederländische Hersteller Sharp etwa lagerte die gesamte Produktion aus, für die nun der chinesische Auftragsfertiger TVP zuständig ist und Philips kündigte eine deutliche Verringerung der Fertigung von Geräten an.