(02.02.2012; 15:00) Mark Zuckerberg ist auf dem Weg einer der reichsten Menschen auf der Welt zu werden. Aber wenn es um Einfluss in Bereichen wie Politik oder Wirtschaft geht, steht er im Schatten seines Chief Operating Officer Sherly Sandberg.
Sherly Sandberg, 43, ist für den Erfolg der Werbestrategie von Facebook verantwortlich. Als sie ihre Arbeit im Unternehmen 2009 antrat, hatte das Unternehmen nur 130 Angestellte und kein Kapital. Drei Jahre später ist Facebook eindeutig profitabler, derzeit arbeiten 2500 Menschen beim sozialen Netzwerk und die Nutzerbasis ist von 70 Millionen User auf fast 845 Millionen User angestiegen. Ihre Karriere begann lange bevor sie von Zuckerberg rekrutiert wurde.
Leben
Sandberg wurde 1969 in Washington D.C. geboren, aufgewachsen ist sie in Miami, weil ihre Familie mit ihr, als sie zwei Jahre alt war, dort hingezogen ist. Sie ist die älteste von drei Kindern. 2004 heirate sie ihren besten Freund David Goldberg, der CEO von SurveyMonkey ist. Die beiden haben einen fünf Jahre alten Sohn und eine zwei Jahre alte Tochter.
Sie studierte Wirtschaftswissenschaften an der Harvard Business School. Während ihres Studiums absolvierte sie Kurse von Lawrence Summers über Wirtschaft im öffentlichen Sektor. Sie erarbeitet sich in ihren Zwischen- und Abschlussklausuren immer die besten Noten. Summers wurde zum Betreuer ihrer Abschlussarbeit, die den Titel "Wie die wirtschaftliche Ungleichheit zu Gewalt in der Ehe beiträgt." trägt.
Als Summer zum Chief Economist bei der Weltbank im Jänner 1991 wurde, rekrutierte er Sandberg als Forschungsassistentin. Sandberg arbeitet zwei Jahre für Summer bevor sie einen Job bei McKinsey&Company annahm. Als Summers zum Deputy Treasury Secretary in der Clinton Administration wurde, fragte er Sandberg, ob sie seine Stabchefin werden möchte und sie akzeptierte dieses Angebot.
Frauen im Beruf
Sandberg vertritt die Meinung, dass Frauen für sich selbst einstehen sowie sprechen müssen. In einem TEDWoman Talk 2010 stellte sie dem Publikum die Fragen, wie man die Anzahl der weiblichen Führungskräfte in C-Level-Jobs erhöhen könnte. Auf diesem Job-Level sind nur 15% der Führungskräfte weiblich.
Ihre Antwort auf diese Frage ist, dass die Frauen in der Belegschaft gehalten und gefördert werden müssen. Dies vor allem deswegen, weil Erfolg und Sympathie für Männer positiv korreliert ist und für Frauen hingegen negativ. Ebenso suchen die Männer ihrer Meinung nach aktiver nach neuen Möglichkeiten.
Dieses Argument ist eines von drei, die sie in diesem Gespräch anführt hat. Als zweites ist sie der Meinung, dass die Frauen sicherstellen müssen, ob ihr Partner ein richtiger Partner ist. Auf der Grace Hopper Konferenz führte Sandberg diese Statement gegenüber jungen Frauen noch weiter aus. So erklärte sie, dass es durchaus ok ist, wenn man mit "verrückten Typen" ausgeht, vor allem wenn man jung ist, diese sollte man, aber auf keinen Fall heiraten.
In ihrem dritten Punkt spricht sich für die Wahl, sowohl eine Familie als auch einen Beruf haben zu wollen, aus. Dem Publikum beim TED Talk erklärt sie: "Don't leave before you leave". Damit meint sie, dass man die Stellung verlässt um Kinder zubekommen und nicht mehr zurückkehrt, weil man nicht mehr denselben Job angeboten bekommt, wie vor der Karenz. Anstatt sich in anderen Unternehmen nach anderen Möglichkeiten umzusehen.

Kurzer Abstecher bei Google
Ihre Zeit mit Summers verdeutliche ihr erstes Argument. Sie hat immer dafür gesorgt, dass sie am Tisch dabei sitzt, selbst als das bedeutete, dass sie andere zu gehen bitten musste. Als Summers 1999 Treasury Secretary wurde, war Sandberg 29 Jahre alt und sie wurde seine Stabschefin. Als 2000 die Clinton-Administration zu Ende ging, hat Sandberg Washington verlassen und sich nach Silicon Valley begeben.
Google hat vehement versucht sie zu rekrutieren und schlussendlich hat sie das Angebot des Suchriesen angenommen. Ihre Arbeit bei Google trat sie 2001 an. Zu diesem Zeitpunkt war Google noch neu und nicht gerade profitable. Doch sie hat bei Google aus demselben Grund angefangen aus dem sie in die Politik gegangen ist, es ging ihr darum eine Mission zu erfüllen. Die Mission bei Google war die Information besser zugänglich und frei verfügbar zu machen.
Sandberg ist dafür verantwortlich, dass sich Google AdWords zu einem gewinnbringenden Bereich des Unternehmens entwickelt hat. Auf der einen Seite haben diese Werbeanzeigen keinen wirklich Einfluss auf die User-Erfahrung, aber auf der anderen Seite sammeln diese Stichworte von persönlichen Daten aus dem E-Mail-Verkehr eines Users.
Endstation Facebook
2008 war es für Sandberg wieder Zeit für einen Wechsel. Zuckerberg sucht Sandberg auf nachdem die Beiden bei einer Party im Valley in einander gelaufen sind. Nach monatelangen Verhandlungen hat sich Sandberg dazu entschieden Google zu verlassen und für Facebook zu arbeiten. Das Ziel von Facebook war es die Welt offener und vernetzter zu gestalten und mit dem Start beim sozialen Netzwerk war dies die neue Mission von Sandberg.
Mit 38 Jahren hat Sheryl Sandberg bei Facebook angefangen und ihr gehören unter dem Titel eines Direktors seitdem 0,1% des Unternehmens. Das bedeutet, dass sie mit dem Börsengang von Facebook zu den reichsten Selfmade-Frauen der Welt gehört. Bereits 2011 wurde Sandberg von Forbes zu den fünf mächtigsten Frauen der Welt gezählt.
Eine Frau und ihre Missionen
Sandberg konzentrierte ihre Energien immer auf Unternehmen mit einer breiten und mächtigen Mission. In der Politik ging es um das Wohl der Anderen. Bei Google hat sie sich darauf konzentriert die Welt der Informationen weltweit zugänglich zu machen. Und jetzt bei Facebook arbeitet sie daran, dass die Welt offener und vernetzter wird.
Bei Facebook nimmt Sandberg nicht nur Einfluss auf die Politik oder die Austausch von Informationen, sondern sie prägt auch die Art und Weise wie Menschen über Kommunikation denken. Besonders da es sich bei Facebook nicht nur um ein Unternehmen handelt, das kürzlich seinen Börsengang eingereicht hat, sondern weil es eine Kultur ist, an der wir alle teilnehmen und in der wir leben.