(11.12.2010, 21:00) Wie das Magazin Wired berichtet, hat die Operation Payback nun auch eine Website eingerichtet, von der man Software laden kann um sich an den DDoS Attacken zu beteiligen. Ein einfacher Klick auf einen Button reicht und der eigene Browser wird zum Angriffs-Werkzeug. Der Vorgang ist simpel – es wird einfach von der angegriffenen Website ein großes Bild oder ähnliches heruntergeladen.

Die Hacker selbst nutzen spezialisierte Software und schließen sich in Botnets zusammen. Das Tool heißt LOIC (Low Orbit Ion Cannon) und ist eine Weiterentwicklung einer Open Source Testsuite für Belastungstests von Webservern. Ein neues Feature, Hivemind genannt, verbindet LOIC mit Anon-Ops für Anweisungen.
Das Tool von der Website ist ein einfaches JavaScript Programm, dessen Nutzung aber nicht wirklich ratsam ist, da es die eigene IP-Adresse nicht verbregen kann. Zumindest die holländischen Behörden verstehen keinen Spaß, denn nach der Verhaftung eines 16jährigen am Donnerstag wurde nun heute ein 19jähriger Hacker unter Arrest gestellt, wie Tweets sowie Reuters zu entnehmen ist. Der Mann war unter dem Alias Awinee bekannt und soll sich an den Angriffen auf die Website der holländischen Behörden beteiligt haben, sowie an der Attacke auf den Bezahldienst Moneybrookers.
Nach den Attacken am Mittwoch und Donnerstag ist die Operation Payback seit Freitag offenbar auch heftigen Konterattacken ausgesetzt. Twitter hat regelmäßig die Accounts gelöscht und die Kommunikation wurde zu immer neuen Accounts verlegt. Die Gegenattacken bestanden hauptsächlich im Posten dieser Message in die Chatrooms, über die sich die Anonymous abstimmen: “WHAT YOU’RE DOING IS ILLEGAL. STOP NOW AS YOU SUCK AT IT. WIKILEAKS SUCKS AS WELL.” Den Status von anonops.net am Freitag zeigt dieser Screenshot:
Nicht alle Mitglieder waren offenbar mit dem Vorgehen einverstanden. Der geplante Angriff auf Amazon wurde sistiert, da man offenbar nicht Weihnachtseinkäufer verärgern wollte. Auch ist es fraglich, ob er gelungen wäre, ist doch die Infrastruktur von Amazon mehr als massiv. Auch WikiLeaks war auf die Amazon Web Services ausgewichen, als die ersten DDoS-Attacken auf WikiLeaks begannen.
Ein Teil der Gruppe hat sich offenbar der „Operation Leakspin“ angeschlossen, die als „Crowd-Journalism“ beschrieben wird. Die Mitglieder widmen sich der weiteren Sichtung bisher noch unveröffentlichter Teile der 250.00 Dokumente um die Veröffentlichung zu beschleunigen. Über die Website kann sich jeder dafür melden.
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Suchbegriffe: Selfservice für Hacker, weitere Verhaftung in Holland