RIM: Bessere Zukunftsplanung nötig

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RIM: Bessere Zukunftsplanung nötig

 
 

Der CEO von RIM wurde ausgetauscht, doch auch die Strategie sollte geändert werden. Das Unternehmen muss zurück zu seinen Wurzeln, um gute Produkte herstellen zu können und sollte ebenso in Apps investieren um die Plattform zu fördern.

 

(24.01.2012; 14:30) Research in Motion (RIM) war einmal ein dominierender Hersteller von Smartphones. Doch die Reputation und der Marktanteil des Unternehmens haben in letzter Zeit stark gelitten. Aus diesem Grund war es nicht verwunderlich, dass die Führungsebene verändert worden ist. Der neue CEO heißt Thorsten Heins.

 

Einige sind der Meinung, dass diese Entwicklung zu spät für RIM kommt, denn die Konkurrenten Apple und Google seien zu weit voraus. Ebenso sollte das Unternehmen seinen Versuch stoppen, ein eigenes Ökosystem zu etablieren, sondern vielmehr müsse RIM eine ähnlich Partnerschaft wie Nokia und Microsoft abschließen. Heins hat deutlich gemacht, dass seine oberste Priorität der Veröffentlichung von BlackBerry 10 (BB10) Software sowie der nächsten Generation mobiler Geräte gilt.

 

Mashable nennt die Strategie, die von Heins gewählt worden ist, riskant. Besonders aufgrund des Vorsprungs der Konkurrenten. Das Unternehmen muss hart daran arbeiten, um das neue Betriebssystem gut neben den bekannten Plattformen iOS und Android positionieren zu können. BB10 muss seine tatsächlichen Vorteile gegenüber der Konkurrenz beweisen, damit Erfolg möglich wird. RIM sollte nicht alle seine Aufmerksamkeit allein in diese Richtung gehen lassen, denn wenn das Unternehmen seinen früheren Marktanteil wieder haben möchte, sollte sich das Unternehmen verändern.

 

Rückkehr zu den Wurzeln

In der Vergangenheit hat RIM versucht, eine Plattform sowohl für Enterprise-Kunden und jüngere Menschen zu sein. Die Enterprise-Kunden fühlten sich vom Unternehmen angesprochen, weil die Geräte sowohl Nutzen als auch Sicherheit versprochen haben. Die junge Zielgruppe war aufgrund der Tastatur, die einfach für Textnachrichten und Tweets genutzt werden kann, von den Produkten begeistert. Es ist zwar kein Problem per se, wenn sich das Unternehmen auf beide Zielgruppen konzentriert, doch kann der Fokus in manchen Bereichen verloren gehen.

 

Dies lässt sich am PlayBook Tablet verdeutlichen. Das Tablet verfügte nicht über einen nativen E-Mail-Client, für die Nutzung von E-Mails wurde ein BlackBerry Smartphone benötigt. Die Zielgruppe wurde damit sehr eingeschränkt, denn man musste ein BlackBerry Besitzer sein und obendrein wahrscheinlich auch ein Business-User um das Gerät optimal nutzen zu können. Doch das Marketing für dieses Gerät und sogar der Name implizierte ein Tablet zum "Spielen", so dass man glaubte, dass Spiele und Videos im Vordergrund standen. Dies zeigt, das RIM den Fokus verloren hat, denn die Gestaltung des Designs ist mit der Vermarktung nicht wirklich vereinbar.

 

RIM versucht mit der Verspieltheit dieses Produktes die jüngere Zielgruppe anzusprechen und hat dabei seine größte Stärke in Form von Serviceleistungen sowie Geräten für Unternehmen vergessen. Das Unternehmen sollte zurück zu seinen Wurzeln kehren um das Geschäft voranzutreiben.

 

Enterprise-Tablet

Das BlackBerry PlayBook ist in der Geschichte der Tablet-Veröffentlichungen als unvorteilhaft zu bezeichnen. RIM sollte seine Aufmerksamkeit dem PlayBook 2 zuwenden, um den Misserfolg auslöschen zu können. Die zweite Version des Tablets müsste sich eigentlich schon in Produktion befinden und wahrscheinlich wird das Gerät erst dann auf den Markt kommen, wenn BB10 debütiert.

 

Das PlayBook 2 muss die Stärken von RIM nutzen, um eine echtes Enterprise Tablet werden zu können. Seit der Amazon Kindle Fire veröffentlicht wurde, herrscht auf den Markt starker Preisdruck. In diesem Preiskampf sollte RIM den Preis für sein Tablet nicht allzu tief anzusetzen, denn das Gerät soll einen Nutzen für Unternehmen bieten.

 

Das Unternehmen kann den Enterprise-Kunden zwar Back-End-Enterprise-Services bieten, doch diese sind mehr eine Krücke als hilfreich. Das Service-Angebot über Tablets muss verbessert und erweitert werden, damit dieses Gerät konkurrenzfähig wird. Der zentrale Fokus bei diesem Gerät muss auf Features gerichtet sein, die im beruflichen Alltag nützlich sind.

 

Apps sind die Zukunft

Mashable vermutet, dass es schwierig sein wird Entwickler für BlackBerry 10 zu begeistern und daher benötigt das Unternehmen in diesem Bereich Hilfe. Der jüngste Schritt in Richtung Plattform-Agnostiker HTML5 Anwendungen ist hilfreich, allerdings nur bis zu einem gewissen Grad. Auf das alleine sollte sich RIM daher nicht verlassen. Die Notlösung Android Apps auf dem PlayBook zu ermöglichen, ist eine schlechte Idee, denn dies trägt eher dazu bei, dass die RIM Plattform sich selbst untergräbt.

 

Die Aufteilung der Umsätze aus App Verkäufen führte zu einer 70/30 Lösung zwischen Entwicklern und iOS Herstellern. Diese Lösung hinderte RIM nicht daran, eine andere Umsatzaufteilung wie 80/20 vorzuschlagen, um Entwickler für sich zu gewinnen. Oder für eine begrenzte Zeit sogar 100/0, also bis eine bestimmte Downloadrate erreicht ist. RIM könnte auf diese Weise Entwickler für sich gewinnen, die dabei helfen, die Plattform zu verbreiten. Die Verbreitung der Plattform wird nötig sein, wenn RIM seine alte Stellung zurückhaben möchte.

 

In Geduld üben

Eine der größten Probleme, die RIM in den letzten Jahren hatte, war, dass das Unternehmen Produkte bereits gepusht hat, bevor diese bereit dafür waren. Dies lässt sich am PlayBook erkennen, aber auch am Touchscreen BlackBerry Storm.

 

Seit RIM angekündigt hat, dass sich die ersten BB10 Geräte bis Ende 2012 verzögern werden, hat das Unternehmen mit Kritik zu kämpfen. Auf Heins wird viel Druck ausgesetzt sein, diese Geräte doch schon früher zu veröffentlicht. Da sich dies als unvorteilhaft erweisen könnte, sollte er dies unterlassen.

 

Das Betriebssystem BB 10 und die dazugehörigen Geräte müssen, nachdem sie veröffentlicht wurden, sofort zu einem Hit werden, wenn RIM sich früheren Marktanteil zurückerobern möchte. Dies erfordert Geduld und Ausdauer des Unternehmens.

 

Heins verkündete, dass er die Praxis halbgare Produkte auf den Markt zu bringen, abschaffen möchte. Es bleibt zu hoffen, dass er sich daran halten wird. Wenn er diese Ankündigung einhält, könnte er dafür sorgen, dass RIM seine wacklige Vergangenheit hinter sich lässt. Die Zukunft wird zeigen, ob RIM zu alter Größe aufsteigt oder weiter fällt.

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