(24.11.2011, 12:58) Vor zwei Tagen wurde bekannt, dass sich nach dem US-Justizministerium auch die FCC gegen den Verkauf von T-Mobile USA an AT&T ausgesprochen hat. Der Merger würde in einer noch nicht dagewesenen Konzentration von Marktmacht münden. Die FCC zog insbesondere in Zweifel, dass AT&T dadurch ihr 4G-Netz schneller realisieren könnte. Auch befürchtet man, dass dadurch Jobs verloren gehen würden, da AT&T natürlich alle Doppelbesetzungen streichen würde.
Nun berichtet das Handelsblatt, dass die Anträge bei der US-Telekomaufsicht FCC für die 28 Milliarden Euro Transaktion zurückgezogen worden seien. Das teilte die Telekom heute mit. Auf lange Sicht wollen die beiden Konzerne nach Angaben von AT&T aber an dem geplanten Deal festhalten.
Demnach konzentrieren sie sich darauf, zunächst die Zustimmung des Justizministeriums zu erhalten. Das US-Justizministerium hatte im August Klage gegen die Fusion der Nummer zwei und vier auf dem US-Mobilfunkmarkt eingereicht. AT&T rechnet wegen des ungewissen Ausgangs der Transaktion im vierten Quartal mit Belastungen von vier Milliarden Dollar. Das sind drei Milliarden, die AT&T an die Deutsceh Telekom als Breakup-Fee zu zahlen hätte, sowie eine Milliarde für Funkspektren, die aufgegeben werden müssten.
Die Konsequenzen für die weitere Entwicklung von T-Mobile in Europa sind durch das Platzen oder die zumindest deutliche zeitliche Verzögerung noch nicht absehbar. Die weitere Kooperation, die in einem Merger hätte münden sollen, mit Orange steht damit ziemlich auf der Kippe. Denn die 28 Milliarden Euro, die der Verkauf der US-Tochter hätten einbringen sollen, werden schmerzlich vermisst werden.