(4.9.2011, 21:00) Es ist ja eigentlich eine Ironie, dass sich Facebook ein Patent im Zusammenhang mit Datenschutz erteilen lässt. Der Marktführer hat eben ein Patent erhalten für „System und Methode um den Informationsfluss zwischen Mitgliedern in Social Networks zu managen“. Das Patent No. 8,010,458 wurde bereits 2004 eingereicht und nun zugesprochen.
Das Originelle daran ist, dass natürlich so ein „System und Methode“ die Basis für eine ganze Reihe von sozialen Netzen ist, die teils auch schon viel älter als Facebook sind. MySpace, Xing oder LinkedIn verwenden genau solche Systeme und Methoden um zu gewährleisten, dass Informationen nur an atorisierte Personen weitergegeben werden.
Twitter und mit Einschränkungen Google+ gehen dagegen mit einem offenen Ansatz vor.
Mit dem Patent hat Facebook nun eine ziemlich scharfe Waffe in der Hand sich gegen neue Konkurrenten zu schützen und bei existierenden anderen Netzen abkassieren gehen zu können. Geht Facebook ähnlich vor, wie dies derzeit in der Mobilfunkbranche üblich ist, können wir schon in den nächsten Wochen mit den ersten Klagen rechnen.
Schon im Vorjahr ließ Facebook sich das Posten von News-Feeds in sozialen Netzwerken patentieren. Es geht um ein Kernelement von Facebook, der dynamischen Veröffentlichung von Nachrichten auf dem Activityfeed einzelner User, die von einem bestimmten Personenkreis, den Freunden bzw. Followern, eingesehen werden können. Aus der Summe all dieser geposteten Nachrichten und Statusmeldungen ergibt sich ein Stream innerhalb des eigenen Netzwerks. Seit dem 23. Februar 2010 ist dieses US-Patent wirksam. Zusätzlich hat Facebook Mitte 2010 auch Patente zugekauft.
Facebook hält derzeit bei 12 Patenten, während Twitter, Zynga, LinkedIn und Groupon zwischen 0 und 2 Patente besitzen. Bisher vor kurzem gab es noch keine Klagen, doch nun ist Zynga sowohl Kläger als auch Beklagter.