(5.5.2011, 08:45) Heute Nacht wurde wieder eine neue Version von Maps für Android zum Download freigegeben. Es kristalliert sich immer klarer Googles Absicht heraus Maps als einen der Eckpunkte einer „Sozialen“ Strategie zu positionieren. Auch die Integration schreitet voran.
Früher gab es verschiedene Produkte rund um Kartendienste – Maps, Earth, Latitude, Places oder Navigation. Google scheint das nun in der mobilen Version immer stärker in Maps zu integrieren und mit sozialen Funktionen anzureichern. Klar, Maps ist sicher einer der Stärken von Google. In der Beschreibung der neuen Version 5.4.0 finden sich daher auch die Funktionen bereits vereint vor.


Wenn man sich die jüngste Historie der Updates ansieht, so lässt sich die Tendenz schon ziemlich klar ablesen. Schon Anfang Dezember gab es die 3D Darstellung in einigen ausgewählten Städten – Wien war dabei – und gleich danach zur Mitte des Monats die Umstellung auf Vektorgrafik in Version 5.0, offenbar einer der Schlüssel für die weitere Integration. Schlüssel deshalb, weil Maps dadurch drastisch beschleunigt wurde und für die zu integrierenden Funktionen Platz und Performance geschaffen wurde.
Anfang Februar kamen die Check Ins dazu, Anfang März wurden historische Verkehrsdaten in der Navigation ergänzt und nun kommen historische Suchergebnisse, Unternehmensinformation und verbesserte Navigation dazu.
Maps ist wohl das Produkt, das weltweit die umfangreichsten Location Daten enthält. Mit mittlerweile mehr als 150 Millionen mobilen Usern ist Maps auch sehr erfolgreich. Die Check In Funktion bietet daher eine enorme Datenmenge und die soziale Funktion Latitude ist durch die Anzeige von kleinen Bildern der Freunde auf der Karte, die wohl nützlichste aller Check In und Freundefunktionen.
Es gibt sogar eine Funktion, die anzeigt wie man sich selbst auf der Karte bewegt – den Standortverlauf. Ob man das wirklich einschalten möchte, angesichts der jüngsten Diskussion über die Aufzeichnung von Ortsdaten, ist ein heikle Entscheidung. Jedenfalls – man muss es erst einschalten und wird explizit an die Datenschutzbestimmungen erinnert.
Mein Eindruck von Versions- und Updateverlauf ist jedenfalls, dass Google Maps zu einem Eckpunkt seiner sozialen Strategie gemacht hat. In der für Google typischen Art wurde die Funktionalität Schritt um Schritt ausgebaut und die ist jetzt wirklich schon eine runde Sache. Ob sie angenommen wird, ist eine andere Frage. Ich habe jedenfalls auf Facebook oder Twitter hunderte Freunde und sogar auf Runtastic mehr als in Google, wo ich keinen einzigen habe. Und das wird der Schlüssel für Google, ob sich User Freunde in Google anlegen oder nicht.
Die Anzeige auf der Karte kann jedenfalls eine sehr nützliche Funktion sein. Zum Beispiel, wenn man wissen möchte wo die eigenen Kinder sind: Handy mitgeben, befreunden und Latitude auf den Handys der Kinder einschalten – und schon sieht man direkt auf der Karte, wo sie jeweils gerade sind.