(18.11.2011, 12:30) 99 Prozent der Motorola-Aktionäre stimmten bei der Hauptversammlung in Stockholm für die Übernahme des Handyherstellers Motorola Mobility durch Google. Dies ist, angesichts der 9,3 Milliarden Euro (12,5 Milliarden Dollar), die Google bereit ist für das Branchen Urgestein auf den Tisch zu legen, sicher kein überraschendes Ergebnis.
Vor allem die Patente und Schutzrechte von Motorola (rund 17.000 Patente und 7.500 Patentsanträge) dürfte den Ausschlag für den milliardenschweren Deal gegeben haben, da Google mit seinem Android Betriebssystem als Neuling im Mobilfunkbereich reichlich ungeschützt ist. Da der iPhone Hersteller Apple Google-Partner wie Samsung und HTC derzeit laufend mit Klagen bombardiert, können diese Patente Google im Kampf gegen Apple zugute kommen. Laut dem Aufsichtsratvorsitzenden Eric Schmidt ist Google nicht nur an Motorola wegen dessen Patentportofolios, sondern wegen der großartigen Produkte interessiert.
Durch ist das Geschäft aber noch lange nicht. Das Motorola-Management rechnet mit einer strengen Prüfung durch die Wettbewerbsbehörden, sodass der Zusammenschluss erst mit Anfang nächsten Jahres, anstatt wie geplant am Ende des Jahres vollzogen werden kann.
Google dürfte allerdings, was die Zustimmung der Wettbewerbswächtern betrifft, guter Dinge sein, da sich das Unternehmen zu einer ungewöhnlich hohen Vertragsstrafe von 2,5 Milliarden Dollar bei Platzen des Deals verpflichtete. Motorola Mobility müsste im Falle des Scheiterns hingegen "nur" 375 Millionen Dollar an Google zahlen.
Quellen: Winfuture.de, zdnet.de,teltarif.de