(27.12.2010, 18:15) Im Laufe dieses Jahres ist Social Media von einer Kommunikationsplattform für junge Leute zu einem extrem wichtigen Medium für Unternehmen geworden. Social Media ist grundsätzlich eine Zwei-Wege-Interaktion statt einer Ein-Weg-Sendung. Für Unternehmensführer bietet es die Möglichkeit quer über alle Hierarchieebenen mit dem gesamten Mitarbeiterstab, aber auch mit den Kunden zu kommunizieren und zu interagieren.
CEOs wie Microsofts Steve Ballmer, IBMs Sam Palmisano, Pepsis Indra Nooy und viele andere nutzen das Medium bereits aktiv. Warum? Weil Social Networks erlauben in Echtzeit, eine möglichst breite Audienz direkt zu erreichen, ohne dass Sprecher, Redenschreiber, Medien oder mittleres Management zwischengeschaltet sind. Die Botschaft kommt wesentlich authentischer zum Auditorium. Der Unternehmensführer hat damit ein Mittel zur wesentlich direkteren Führung in der Hand.
Das Wachstum von Facebook auf knapp 600 Millionen User ist heuer in erster Linie durch die über 40jährigen geschehen. Mehr als 300 Millionen Leute verbringen täglich mindestens eine Stunde in Facebook. Twitter ist heuer auf knapp 200 Millionen User angewachsen, und es wird von vielen Leuten bereits als das wichtigste Informationsmedium angesehen.
Kein Wunder, wenn Unternehmen diese Möglichkeiten nutzen mit einer immer größeren Zahl von Menschen in direkten Kontakt zu treten. Am 13.9. hatte Red Bull 8,2 Millionen Fans auf Facebook, am 27.12. sind es bereits 14,5 Millionen. Kein Wunder also, dass Unternehmen wie Adidas oder einzelne Marken von Procter & Gamble statt 80% ihrer Budgets in klassische Werbung zu stecken nun das Verhältnis umgekehrt haben und 80% ihrer Budgets für die Kommunikation über Social Networks aufwenden.
Innerhalb der Unternehmen macht Social Networking die Organisation flacher durch die Verteilung des Zugangs zu Information. Jede Person ist im Social Network gleich und es braucht keine Hierarchie mehr involviert zu sein. Durch den direkten bidirektionalen Kontakt zwischen Führung und denen, die die Produkte entwickeln, sie produzieren und sie verkaufen, kehrt auch mehr Transparenz in die Organisation ein. Beschönigung und Verzerrung der Wirklichkeit, vom mittleren Management gerne betrieben um die eigene Position zu halten oder zu stärken, können viel rascher entlarvt oder gar unmöglich gemacht werden.
Damit ist auch klar, dass Social Networking für das mittlere Management die größte Gefahr darstellt, da sie nicht mehr benötigt werden um Information zu verteilen. Social Networking ermöglicht es, denen, die die wirkliche Arbeit machen, mehr Einfluss zu geben.
Transparenz ist einer der Schlüsselfaktoren, die mit Social Networking verbunden sind. In der Politik stellt derzeit WikiLeaks und nachfolgende Organisationen Transparenz her. Im Marketing lassen es sich die Konsumenten nicht nehmen ihre Meinung massiv zu äußern, wenn sie wegen eines schlechten Produktes oder unzureichenden Services einen „Shitstorm“ auf den Social Media Seiten eines Unternehmens entfachen.
Für echte Führungspersönlichkeiten bietet Social Networking die Chance, direkt zu führen und rasch die Strömungen und Meinungen in der eigenen Organisation zu erfahren. Wenn sie diese Chance auch nützen.