(Wien, 19.08.2010) Das Meinungsforschungsinstitut Peter Hajek hat im Auftrag von T-Mobile 1500 Menschen in Gemeinden mit weniger als 3000 Einwohnern nach dem Stellenwert des Internets am Land befragt. Privathaushalte, Unternehmen und Landwirte gaben Auskunft.
Ländliche Vernetzung
Mit 91 Prozent sind die Unternehmen in ländlichen Gebieten bereits zu einem hohen Anteil an das Netz angeschlossen, bei den Privathaushalten gaben 73 Prozent an über einen Internetanschluss zu verfügen, die Landwirte sind zu 77 Prozent vernetzt. Die Befragung brachte auch einen Generationenunterschied ans Licht. Während bereits 94 Prozent der unter 30-Jährigen Zugang zum Internet haben, sind es bei den über 50-Jährigen lediglich 55 Prozent. Auf die Frage, ob das Internet das (Berufs-) Leben vereinfacht hat, antworteten 73 Prozent der Privathaushalte, 86 Prozent der Unternehmen und 74 Prozent der Landwirte mit "ja". Dass das Internet das Leben hingegen verkompliziert habe, gab nur eine kleine Minderheit im einstelligen Bereich an, die sich vor allem durch ein höheres Alter auszeichnete. Für Unternehmen ist das Internet der Studie zufolge ein sehr wichtiger Faktor für die Wirtschaftlichkeit, denn 51 Prozent der Unternehmen befürchten einen Wettbewerbsnachteil gegenüber Mitbewerbern wenn der Anschluss ans Netz nicht gegeben wäre. Dass das Internet einen Einfluss auf den Unternehmenserfolg hat, gaben 31 Prozent der befragten Betriebe an.
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Inhaltlich steht auch am Land die Informationssuche via Internet an erster Stelle. Innerhalb der Bevölkerung nutzen mehr als 34 Prozent das Netz vor allem für Nachrichten/Politik, 20 Prozent zur Unterhaltung, 19 Prozent nutzen Social Networks und 15 Prozent halten über das World Wide Web Kontakt zu Freunden. Online-Banking wird von der Bevölkerung zu 32 Prozent, von Unternehmen zu 29 Prozent und von Landwirten zu 27 Prozent genutzt. Beim Online-Shopping greifen mit 32 Prozent vor allem die Privathaushalte zu, die Landwirte scheinen mit acht Prozent nur wenig Interesse am Shopping via Internet zu haben.
Benachteiligung
Mit 36 Prozent fühlen sich hochgerechnet zirka eine Million Menschen am Land in Puncto Internet im Vergleich zur Stadt benachteiligt. Unternehmen gaben zu 41 Prozent und Landwirte zu 37 Prozent an gegenüber dem urbanen Bereich einen Nachteil zu erfahren. Mehr als jeder zweite Befragte sieht sich jedoch nicht im Nachteil. Kritisiert wird am Land vor allem die langsame Verbindung und der mangelnde Ausbau – jedes zweite Unternehmen bemängelte die Geschwindigkeit. Dass erst gar kein Anschluss möglich sei, gaben vier Prozent der Bevölkerung (entspricht mehr als 100.000 Privatpersonen), sowie zehn Prozent der Unternehmen (mehr als 9500 Betriebe) und 13 Prozent der Landwirte (mehr als 30.000 Personen) an. Spontan gab auch eine kleine Gruppe der Befragten an, dass weniger Interesse an ländlichen Gebieten herrsche und die Auswahl an Anbietern dort geringer sei.
Langsame Verbindungen und der mangelnde Ausbau von mobilem Internet wurden vor allem von Heavy Usern und mobilen Nutzern als Kritikpunkt angeführt. Sowohl bei der Stabilität der Internetverbindung als auch bei der Geschwindigkeit schnitt das Festnetz-Internet deutlich besser ab als sein mobiles Pendant. Von einem Ausbau der Infrastruktur würden sich die befragten Personen vor allem mehr Aus- und Weiterbildungsmöglichkeiten erwarten. Zudem könnte ein Ausbau vielen Menschen ermöglichen, verstärkt von zu Hause aus zu arbeiten. Auch eine Steigerung des Wirtschaftswachstums und die Schaffung von mehr Arbeitsplätzen wird einem Infrastrukturausbau zugeschrieben.
Gemeinsamer Ausbau
"Unsere Studie zeigt, dass die Menschen im ländlichen Raum das Internet als Wirtschaftsfaktor wahrnehmen, aber auch großes Potenzial für Aus-, Weiter- und Fortbildung sehen. Wir müssen uns die Bedürfnisse der Menschen am Land genau ansehen und Akzente setzen, dass die Landflucht verlangsamt wird. Hier ist die Politik aber auch die Regulierung gefragt", so der Vorsitzende der Geschäftsführung T-Mobile Austria, Robert Chvátal. "Aus diesem Grund plädieren wir dafür, dass die Frequenzen der Digitalen Dividende so schnell wie möglich zur Versteigerung freigegeben werden, so dass vor allem der ländliche Raum noch mehr am digitalen Zeitalter partizipieren kann und das Stadt-Land-Gefällt nicht zunimmt."
Rüdiger Köster, Geschäftsführer Technik bei T-Mobile Austria, verweist darauf, dass vor allem die nächste Mobilfunkgeneration LTE hier von großer Bedeutung ist: "Die Versorgung im ländlichen Bereich wird sowohl technisch als auch ökonomisch immer schwieriger. Der Datenbedarf wird durch das iPad, Smartphones und Co allerdings immer höher. Mit LTE haben wir die Möglichkeit mehrere Frequenzbänder zu nutzen und das kann auch am Land recht kostengünstig umgesetzt werden. T-Mobile führt bereits Tests durch." Um die Erschließung in ländlichen Gebieten weiter voranzutreiben nimmt Chvátal auch die Regulatoren in die Mangel und plädiert für mehr Kooperation. "Es wird überall in Österreich wichtig, dass die Trennung der Anbieter durch die Regulatoren geöffnet wird. T-Mobile wäre dazu bereit, denn es ist nicht nachvollziehbar, wenn in wenig besiedelten Gebieten bis zu vier Zugänge gebaut werden." Eine Möglichkeit wären laut dem T-Mobile-Geschäftsführer flexible Modelle, die es ermöglichen, dass die Infrastruktur gegebenenfalls gemeinsam unter den eigentlichen Konkurrenten ausgebaut wird, wenn ein Betreiber mangels Kostendeckung nicht in den vollständigen Ausbau investieren würde.
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Fotos: Credit: sxc
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