(25.1.2012, 08:58) Das alte und von Internet Usern geliebte Motto von Google ‚Don’t be evil‘ scheint nun nicht mehr zu gelten. Egal was ein angemeldeter User macht, seine Daten werden kombiniert und zusammengeführt. Und als Nutzer eines Android Smartphones bist du angemeldet, ob du es willst oder nicht.
Das gab Google gestern in einem Blog Post bekannt: „Unsere neue Privacy Politik macht klar, dass wir alle deine Informationen, die du von einem unserer Services nutzt, mit der anderer Dienste kombinieren dürfen, wenn du eingeloggt bist. Kurz gesagt, wir werden dich als einen User behandeln quer über alle unsere Produkte, was eine einfacheres und intuitiveres Google Erlebnis bedeuten wird.“
Googles Datenschutz-Chefin Alma Whitten weiter: "Wir können die Suche besser machen – indem wir verstehen, was Sie wirklich meinen, wenn sie Apple, Jaguar oder Pink eintippen", argumentierte Whitten. "Wir können Sie darauf hinweisen, dass Sie spät dran für ein Treffen sind, ausgehend aus Ihrem Aufenthaltsort, ihrem Kalender und einer Vorstellung von dem aktuellen Verkehr."
Das heißt, dass alle deine Daten und Informationen an einer einzigen Stelle gesammelt und kombiniert werden, egal ob du in Google suchst, ein YouTube Video ansiehst, Orte in Google Maps besuchst, Mails sendest, Fotos auf Picasa lädst, in Google+ Postings oder Kommentare abgibst oder den Android Market besuchst. Damit erhält Google eine weit komplettere Historie über jeden Einzelnen seiner User und kann Querverbindungen erkennen. Und natürlich erhält man Werbung, die auf all den Daten basiert.
Statt heute 70 einzelnen Dokumenten für verschiedene Dienste soll es ab März nur noch eines geben. Die Daten würden nach wie vor nicht nach außen getragen, betont Google. Und natürlich gibt es kein Opt out dafür, so man ein Google Log in hat. Diese Ankündigung kommt unmittelbar nach der Bekanntgabe von ‚Search plus Your World‘.
Google CEO Larry Page reagiert angeblich geharnischt auf Kritik der eigenen Mitarbeiter an “Google Search Plus Your World”. Beim freitäglichen Mitarbeitertreffen (TGIF) soll er laut PandoDaily gesagt haben: “Das ist die Richtung, für die wir uns entschieden haben. Für ein einheitliches, schönes Produkt, das über allem steht. Wer das nicht versteht, kann gerne woanders arbeiten.”
Dass man in sozialen Netzen verfolgen kann, was Freunde tun und lassen, daran haben wir uns schon gewöhnt. Aber ich bin immer wieder unangenehm berührt, wenn ich bei einer Google Suche plötzlich auftauchen sehe, dass Freunde oder Menschen, die ich persönlich kenne, bei irgendeinem Artikel oder einer Webseite auf +1 geklickt haben. Und ich habe keineswegs den Eindruck, dass dadurch die Suchergebnisse besser wurden. Statt das, was ich wirklich suche zu sehen, bekomme ich plötzlich die Seiten serviert, die Leute mit denen ich irgendwie über Google verbunden bin, angeklickt haben. Und wenn du mit Kollegen oder Vorgesetzten in deiner Arbeit über Google+ befreundet bist, dann sehen diese auch in einer Suche was du mit +1 geklickt hast.
Aber vielleicht sollte Google seinen Slogan ändern auf ‚Wir sind böse‘. Wobei - auch Microsoft experimentiert bei seiner Suche gemeinsam mit Facebook daran, die Suche "sozialer" zu machen.