(02.02.2011, 09:50) Überraschend eigentlich, mit welcher Verspätung Google ein Social Tool einbaut, das schon seit längerem von zahlreichen Quellen (Foursquare, Facebook, Yelp) genutzt wird. Bisher konnten User via Google Latitude auf einer virtuellen Karte den Aufenthaltsort ihrer Freunde einsehen. Nun hat der Suchmaschinenbetreiber das Location based Check In Feature integriert, kündigt Google im Lat Long Blog an.
Die neue Funktion ist derzeit lediglich in der Google Maps App 5.1 für Android nutzbar, soll jedoch bald in der Latitude App für iOS an den Start gehen, wo iPhone Besitzer bisher die Check Ins von Freunden verfolgen, aber nicht selbst einchecken können. 
Welchen Sinn soll allerdings die Nutzung des Dienstes im Moment? Keinen erheblichen, möchte man meinen – keine Badges, kein Sharing über dritte Services wie Twitter (derzeit nur Latitude), keine Unterstützung für zeitgleichen Check In mit anderen Services, keine speziellen Anbieter Discounts (laut Engagdet werde es von Google keine baldigen Ankündigungen diesbezüglich geben) und keine Möglichkeit, um Plätze selbst zu schaffen wie die eigene Wohnung (nur Places).
Automatischer Check In
Was ist auf dem Dienst also möglich? Es handelt sich um ein System, das basierend auf Statusmeldungen und Frequenz, wie oft man an einem Ort encheckt, den VIP-, Guru- oder einen regulären Status zugewiesen bekommt. Im Gegensatz zu etablierten Diensten wie Facebook Places, Foursquare oder Qype, wird die Position des Nutzers von Google Latitude automatisch ermittelt, in weiterer Folge können diese dann von einigen netten Features profitieren: Beispielsweise kann man sich benachrichtigen lassen, wenn man sich in der Nähe eines Ortes befindet, wo ein Check In möglich ist. Die Möglichkeit zum automatischen Einchecken bei Einrichtungen, die der User vorher bestimmen kann, wurde von Google ebenfalls integriert. 

Man muss sich nur die neue Version von Maps herunterladen, ein Kontextmenü aufrufen (beim Galaxy Tab die Menütaste links unten) und dann Google Latitude anklicken. Dann wird über GPS der Standort bestimmt und aus Maps die möglichen Lokalitäten ermittelt – sogar bis hin zu Hausbewohnern. Anschließend kann man an einer dieser Lokalitäten einchecken. Bei der Veröffentlichung der Daten hapert es noch etwas, denn das was sonst Standard ist, nämlich das Posten auf Facebook oder Twitter, geht (noch) nicht.


Konkurrenzhieb
Klar, dass Google durch die Erweiterung von Latitude mit Check Ins zu einem Rundumschlag auf Konkurrenten Facebook, Foursquare und Co ausholt. Die ersten Tests durchlief die Integration in Maps unter Googles Android durchaus erfolgreich und bot gegenüber der Konkurrenz praktische Anwendungen – wie den automatischen Check In beispielsweise.
Ob das ausreicht, um sich gegen etablierte Services durchzusetzen, ist allerdings fraglich. Nach eigenen Angaben werde Latitude von monatlich rund 10 Mio. Usern aktiv genutzt. Facebook bietet mit 550 Mio. potenziellen Nutzern dagegen, wobei keine detaillierten Zahlen vorliegen, wie viele tatsächlich den ortsbezogenen Dienst Places verwenden.