(22.2.2011, 08:00) Dick Costolo, CEO von Twitter, berichtete in seinem Beitrag auf dem Mobile World Congress vorige Woche, dass Tweets die Zuseherzahlen von Fernsehsendungen deutlich in die Höhe treiben können. Diese Erkenntnis scheint sich nun auch bei US-
Fernsehanstalten durchzusetzen, die TV stärker zu einem sozialen Erlebnis machen wollen.
Am Sonntag werden die Academy Awards vergeben und ABC, die die Zeremonie übertragen, haben eine Website eingerichtet, auf der Backstage Szenen mit den Oscar Preisträgern gezeigt werden sollen. Das ist ein Experiment, um auch die Zuseher einzufangen, die neben dem TV noch den Computer laufen haben, oder auf ihren Smartphones oder Tablets aktiv sind.
Erfahrungen zeigen, dass viele Menschen ihr TV-Gerät aufdrehen, wenn sie auf Facebook oder Twitter sehen, dass ein Fußballmatch in die Verlängerung geht. Die Grammy Awards am 13. Februar hatten seit einer Dekade die höchste Zuseherzahl, da es parallel dazu starke Aktivitäten auf Twitter und Facebook gab. Durch soziale Netze kann eine Fernsehshow auch dann ein soziales Erlebnis werden, wenn man alleine vor dem Fernseher sitzt, aber sich mit anderen austauschen kann.
In einem Artikel in der New York Times sind noch einige Beispiele von US-Shows angeführt, die durch gezielte Aktivitäten auf Twitter ihre Reichweiten deutlich erhöhen konnten. Costolo berichtete von ähnlichen Erfahrungen aus Großbritannien.
In Österreich twittert Armin Wolf über seine Inhalte von der ZIB 2 und bezieht auch durch Fragen die Zuseher mit ein. Ich selbst habe schon zweimal erlebt, wie die Sendung im Zentrum lebhaft auf Twitter kommentiert und dadurch auch für mich interessanter wurde, bzw. ich überhaupt erst durch Tweets auf ein mich interessierendes Thema aufmerksam wurde.
Jedenfalls sind soziale Netze eine gute Möglichkeit für TV-Stationen mehr Zuseher zu Sendungen zu animieren und das Fernseherlebnis zu verbessern. Es geht um Reichweite und um Werbeeinnahmen. Übrigens – auch Werbesujets werden häufig intensiv in sozialen Netzen diskutiert – so geschehen bei den Schaltungen bei der Super Bowl kürzlich. Was natürlich auch negativ ausgehen kann - die bei der Super Bowl gezeigt Groupon Werbung wurde dabei in der Luft zerrissen.