Facebook macht seine Credits zur verpflichtenden Währung

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Facebook macht seine Credits zur verpflichtenden Währung

 

Ab 1. Julie wird Facebooks eigene Währung, die Credits, verpflichtend für alle Spiele innerhalb von Facebook vorgeschrieben.

(26.1.2011, 6:10) Seit zwei Jahren baut Facebook sein eigenes Währungssystem innerhalb der Plattform zielstrebig aus.  Hatten Hersteller von Spielen bisher noch die Möglichkeit die Gamer über eigene Bezahlmechanismen beim Kauf von virtuellen Gütern zur Kasse zu bitten, verlangt der Plattformbetreiber nun eine Umstellung auf die „hauseigene“ Währung bis zum 1.Juli des Jahres.

 

In dem Blog Eintrag vom Montag war nicht ganz klar, ob alternative Zahlungsmöglichkeiten noch zugelassen werden. Bei einer Entwicklerkonferenz (Inside Social Apps)gestern Abend in San Francisco erklärte die Blog Autorin jedoch, dass Credits ab 1. Juli absolut verpflichtend sein werden.

 

Facebook will als Provision jeweils 30% der Umsätze einbehalten. Als Anreiz für den raschen Umstieg verspricht Facebook allerlei Incentives für die Entwickler wie eine bessere Positionierung im Games Dashboard, verstärkte Berücksichtigung bei Anzeigen und Zugang zu Co-Promotions. Bereits jetzt haben schon über 350 Games von 150 Anbietern die neuen Credits implementiert. Facebook sichert so zum einen neue Wege die Plattform zu monetarisieren andererseits treiben sie die Facebook Credits als anerkanntes Zahlungsmittel bei den Nutzern voran. In den USA können Facebook Credits ähnlich wie z.B. auch iTunes Geschenkkarten bereits an den Kassen von vielen Supermärkten gekauft werden.

 

Vorteil für Nutzer

Für die Nutzer bieten die Credits natürlich Vorteile, da sie als einheitliches Zahlungsmittel nun in allen Spielen fungieren und sie sich nicht mit verschiedenen Bezahlplattformen herumschlagen müssen. Die Credits werden im Prepaid Verfahren erworben.

 

Ein weiterer Vorteil ist die "Buy with friends" Option, die es Usern ermöglicht Credits gemeinsam mit Freunden zu nutzen. Eltern können so zum Beispiel die Zahlung für ihre gamenden Kinder übernehmen.

 

Die weitere Entwicklung

Die Intention von Facebook ist ganz klar, seine Credits als webweites Zahlungsmittel zu etablieren. Dabei wird man nicht bei den Spielen stehen bleiben, sondern sukzessive auch andere Bereiche und Transaktionen mit einzubeziehen.

 

Facebook geht damit ähnliche Wege wie Apple, die von jedem App-Download 30% einbehalten, von der Werbung auf iDevices bis zu 40% und nun auch bei Abos für Medien 30% mitschneiden werden.

 

Riesiges Marktpotenzial

Damit baut Facebook seine zweite große Einnahmequelle aus. Im Jahr 2010 hat die Plattform 1,86 Milliarden Dollar vornehmlich über Werbung erlösen können. Social Gaming und der Verkauf von virtuellen Gütern hat ein riesiges Potenzial. Der Gesamtmarkt virtuller Güter – also auch die außerhalb von Social Networks – wird für das Jahr 2011 auf 7,3 Milliarden Dollar geschätzt und ist seit 2007 um 245% gewachsen.

 

Allein in den USA werden etwa 62 Millionen Menschen pro Monat mindestens ein Game spielen, das sind bereits 27% der Onliner. Im Jahr 2010 waren es noch 53 Millionen Menschen. In den USA werden 2011 allein mit virtuellen Gütern 653 Million Dollar umgesetzt werden, gegenüber 510 Millionen im Vorjahr.

 

Wie Facebook weiter vorgehen wird zeichnet sich mit diesem Schritt bereits ab. Alles was Geld bewegt, soll über die Credits laufen, z.B. im Kontext von digitaler Musik oder Filmen – und das nicht nur innerhalb der Facebook-Plattform, sondern via Facebook Connect auch bei Drittanbietern. Für kleine Anbieter ist das durchaus nicht unvorteilhaft, wie auch das Bezahlsystem von iTunes, da sie sich darum nicht zu kümmern brauchen, auf eine funktionierende Infrastruktur zugreifen und sich auf die eigene Kernkompetenz konzentrieren können.

 

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