(22.12.2011, 11:30) Wenn man sich auf Facebook einloggt, erscheint über dem News-Feed-Channel ein Hinweis zu einer Seite, welche eine kurze Zusammenfassung über die Marketingaktivitäten im Netzwerk enthält und Gründe angibt, warum auf Facebook geworben wird. Zudem werden häufig gestellte Fragen beantwortet und ein Video bereitgestellt, welches den Werbevorgang für die Nutzer verständlich machen soll.

Dabei wird der Vorgang folgendermaßen beschrieben: Zunächst erstellt eine Firma eine Werbeanzeige. Danach zahlt das Unternehmen Facebook einen bestimmten Geldbetrag und legt die Zielgruppe fest. Facebook zeigt die Schaltung nur jenen Nutzern, die in diese Zielgruppe fallen - also die beispielsweise in einer bestimmten Region leben und deren Interessenangaben mit den jeweiligen Produkten übereinstimmen.
Auf der "About Advertising on Facebook"-Seite werden Werbeanzeigen als Weg angepriesen, das soziale Netzwerk kostenfrei anbieten zu können. Auf der Seite betont Facebook, dass Werbeanzeigen von Unternehmen geschalten werden, ohne dass den Firmen dabei detaillierte Informationen über die User zur Verfügung gestellt werden. In Wirklichkeit nutzen die Werbetreibenden den Self-Service Marktplatz, ohne dabei in der Lage zu sein, individuelle Nutzer identifizieren zu können. Es wird auch darauf hingewiesen, dass Nutzer bestimmte Werbeschaltungen entfernen können, die sie auf keinen Fall sehen möchten.
Eine Aufklärung Facebooks über die im sozialen Netzwerk eingesetzte Werbung ist längst überfällig, da viele User, die das Netzwerk schon Jahre nutzen, nicht darüber Bescheid wissen, wie sich Anzeigen auf Facebook von Werbeschaltungen in anderen Netzwerken unterscheiden. Um sich den Vorwurf zu entwehren, Werbung heimlich einzuführen, muss Facebook in Zukunft noch stärker darauf setzen, Nutzer und Medienpartner darüber zu informieren, wie die Plattform funktioniert und wie sie sich verändert, insbesondere was Werbung und Privatsphäre betrifft. Vor allem vor dem Hintergrund, dass Facebook seine "Sponsored Stories" nun im Neuigkeitenkanal schaltet, und dies auch bald in der mobilen Version von Facebook erfolgen wird, sollte sich das Netzwerk verstärkt um eine transparentere Unternehmenspolitik bemühen.
Vereinbarung mit der irischen Datenschutzbehörde
Die "About Advertising on Facebook"-Seite ist nicht direkt auf die heute bekannt gewordene Vereinbarung zwischen dem Netzwerk und irischen Datenschützern zurückzuführen, allerdings war diese sicher ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung. Die irische Datenschutzbehörde hat vom Netzwerk nach einer intensiven Untersuchung eine Reihe von Nachbesserungen gefordert. Facebook hat sich im Gespräch unter anderem dazu bereit erklärt, mehr Informationen zur Gesichtserkennungsfunktion bereitzustellen und auch versprochen, Daten von gelöschten Nutzern schneller von den Servern zu entfernen. Eine weitere Errungenschaft stellt das Zugeständnis dar, die über Social Plugins erhobenen Informationen über Mitglieder und Nichtmitglieder schneller zu löschen. Zudem gab das Netzwerk bekannt, Informationen von Mitgliedern, die eine Werbeanzeige angeklickt haben, nach spätestens zwei Jahren zu löschen.
Im Juli 2012 will die irische Datenschutzbehörde nachprüfen, inwieweit Facebook diesen Vereinbarunegn nachgekommen ist. Aus Facebooks Sicht sind dir irischen Datenschützer die einzigen, die für die direkte Kontrolle des Netzwerkes zuständig sind, da das Unternehmen dort seinen Hauptsitz hat.
Die irische Datenschutzbehörde fand bei der Untersuchung keine gravierenden Verstöße gegen den Datenschutz und auch keinen Hinweis darauf, dass das Netzwerk Informationen von Nichtnutzern sammelt. Dennoch zeigen die jahrelangen Debatten über Datenschutz und Privatsphäre, wie wichtig es für Facebook ist, darüber aufzuklären, wie Nutzer von Werbetreibenden anvisiert und welche Informationen dabei verwendet werden.
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