(10.10.2011, 22:55) Wie Facebook eben bekannt gibt, ist nun die lange erwartete App für das iPad verfügbar. Nach Monaten der Gerüchte, startet heute Facebook genau das, was viele Menschen erwartet hatten: Eine mobile App-Plattform und eine iPad App.
Bisher mussten Facebook-Nutzer ihre Computer für die meisten ihrer Facebook-Spiele und Anwendungen verwenden, nun sollten sie in der Lage sein von nahezu jedem Gerät mit einem Web-Browser Facebook voll nutzen zu können. Und wenn sie ein Apple iOS Gerät haben, soll die User Experience sogar noch besser sein.
Tatsächlich wurde diese Markteinführung als Affront gegen Apple bezeichnet, was es wirklich nicht ist, denn wann immer möglich, nutzt Facebook iOS als native Plattform und das sogar für Zahlungen.
Ein wichtiger Grund, warum Facebook Apps, insbesondere Spiele, nicht auf dem iPhone funktioniert haben war, weil IOS-Geräte Flash nicht unterstützen. Facebook hat eine Reihe von Entwicklern dabei unterstützt HTML5 Versionen für einige ihrer Anwendungen und Spiele-Titel zu realisieren, die in mobilen Webbrowsern funktionieren sollen – dazu gehören Audiovroom, Branchout, Flixster, Gilt Groupe, Huffington Post, EA, Moblyng, Storm8, Wooga und Zynga.
Aber HTML5 bietet teils noch nicht die Performance, die komplexe Anwendungen benötigt, so dass die Entwickler, die native Versionen ihrer Anwendungen erstellt haben, aus Facebook direkt auf die native App umschalten können.
Wenn also jetzt ein Freund eine Einladung schickt "Words with Friends" zu spielen und diese wird in der Facebook-App auf dem iPhone sichtbar, kann man direkt auf Spielen klicken und die App wird aufgerufen. Wenn sie nicht vorhanden ist, wird man zu Apples App Store umgeleitet. Auf einem Android-Handy wird man zu einer HTML5-Version im mobilen Web-Browser umgeleitet.
Die Möglichkeit für native Web Apps besteht derzeit nur für iOS. Auf Android und anderen Handys mit Web-Browsern, werden die Nutzer auf die Web-Version geleitet. Laut Facebook CTO Bret Taylor arbeitet Facebook aber an einer Aktualisierung seiner nativen Android Applikation.

Wohl werden die meisten Nutzer zunächst die bessere Facebook App zu schätzen wissen. Aber ein wichtiges Nebenprodukt davon ist auch, dass durch die soziale Komponente man wesentlich mehr über die Nutzung von Apps durch Freunde erfährt.
Noch immer ein Problem sind die Zahlungen. Dies war ein wichtiger Knackpunkt in den laufenden Gesprächen mit Apple, die aber offenbar bisher noch zu keiner Lösung führten. Denn die Facebook Credits können in nativen iOS Apps nicht verwendet werden, um virtuelle Güter innerhalb der App zu bezahlen. Stattdessen müssen die Benutzer zum Kauf einer separaten In-App-Währung Apples eigenes In-App-Zahlungssystem nutzen.
Und das, nachdem Facebook erforderlich alle seine Spiele-Entwickler gezwungen hatte, ausschließliche die Facebook Credits zu verwenden. "Wir wissen, es gibt noch einige Inkonsistenzen", meinte Taylor. Er wollte aber nicht sagen, ob Facebook einen Anteil der Einnahmen für die in-App-Käufe von Apple bekommt.
An der Facebook App wird nun schon seit einem Jahr gewerkt – heute wurde sie endlich freigegeben. Sie ermöglicht etwa die Vollbild Betrachtung von Fotos Erfahrung und verfügt über neue und schnelle Chat und Nachrichten-Schnittstellen.
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Fotos: (C) Facebook
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