(10.12.2010, 19:40) Ex-WikiLeaks Sprecher Daniel Domscheit-Berg hatte sich im Sommer mit WikiLeaks Chefredakteur Julian Assange überworfen. Er hatte ihm Selbstherrlichkeit und Personenkult vorgeworfen. Am Montag will er nun mit einer eigenen Enthüllungsplattform namens OpenLeaks starten.
Seit drei Monaten arbeiten die OpenLeaker an dem Aufbau der Technik für die Plattform. Man hat eine Art dezentrales Postkastensystem entwickelt, in das Informanten Material einspeisen können, ohne dass eine Möglichkeit besteht die Datenspuren bis zu den Urhebern zu verfolgen.
OpenLeaks will sich dadurch unterscheiden, dass die Sache und nicht die Personen im Vordergrund stehen. Außerdem will man die Materiallieferanten selbst bestimmen lassen, welche Medien das Material zuerst bekommen sollen. WikiLeaks arbeitet ja bekanntlich mit 5 fixen Partnern zusammen. OpenLeaks will auch nur als Vermittler handeln und grundsätzlich die Veröffentlichungen etablierten Medeinorganisationen überlassen, aber selbst keine redaktionelle Tätigkeit ausüben.
Obwohl OpenLeaks noch nicht mal gestartet ist, steht auch bei OpenLeaks eine Person im Vordergrund, nämlich Ko-Gründer Daniel Domscheit-Berg. Man darf gespannt sein, wie sich OpenLeaks entwickelt und welches Material sie ans Licht bringen werden. Jedenfalls ist diese Neugründung ein Zeichen dafür, dass mehr solche Plattformen zu erwarten sind.
Stafantrag gegen Assange in USA geplant
In der Zwischenzeit verdichten sich die Anzeichen, dass in den USA Strafantrag gegen Chefredakteur Julian Assange erhoben wird und ein Auslieferungsbegehren an Schweden oder Großbritannien gerichtet werden wird. Das sagte sseine Anwältin Jennifer Robinson gegenüber der Presse. Die Anklage wird vermutlich auf Spionage lauten.
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