Der sinnlose und schädliche Krieg der Filmindustrie gegen das Internet

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Der sinnlose und schädliche Krieg der Filmindustrie gegen das Internet

 

Die Contentindustrie gibt Unsummen für Anwälte und für Lobbying aus. Würden sie das Geld statt dessen in zeitgemäße Distributionen investieren, würden sie keine Gesetze wie ACTA, SOPA oder PIPA brauchen. Und weder das Internet beschädigen noch unsere Grundrechte einschränken.

 

(24.1.2012, 21:15) Die beherrschenden Themen jüngst waren die Entwürfe für die US Internetzensur-Gesetze SOPA/PIPA und das ähnlich gelagerte ACTA Abkommen zwischen EU, USA und Japan. Und natürlich die Sperre der Filesharing Seite Megaupload samt den folgenden Reduktionen von ähnlichen Diensten wie FileSonic.

Die Spitze der Unverfrorenheit war die Aussage von Chris Dodd, dem CEO der MPAA, der sinngemäß sagte: „Liebe Politiker wir haben euch bezahlt, also macht uns auch unsere Gesetze.“

Für die Unterstützung von Politikern, Lobbying, Abmahnschreiben, die Verfolgung von Sites wie Megaupload sind die Film- und Musikindustrie offenbar bereit Unsummen springen zu lassen. Völlig sinnlos und an der Sache vorbei agierend. Die Bosse der Konzerne haben offenbar nichts verstanden. Nicht wie das Internet funktioniert, warum Anonymous mit DDoS Attacken protestiert und warum so viele Seiten am 19. Jänner geschwärzt wurden.

Es ist ja wirklich nicht so, dass die Konsumenten nicht für ein gutes Service zu zahlen bereit wären. Bei den meisten Torrents musst du löhnen, wenn du eine ordentliche Performance willst. Und auf Seiten wie kinox.to, atdhenet.tv oder anderen Streaming Seiten wirst du mit der unmöglichsten Werbung zugemüllt.

Wir zahlen auf Spotify, iTunes, rdio, simfy und anderen Seiten, die guten Content anbieten. Gamer geben Unsummen für Spiele und virtuelle Güter aus.  Die Telekoms und die Kabler haben alle schon Video on Demand Angebote und verlangen 4 Euro pro Film. Warum zum Teufel, kann Hollywood nicht professionelle Portale einrichten oder bei deren Einrichtung mithelfen, die uns die ganze Palette als Internet Streams in guter Qualität anbieten?

Die Filmindustrie kämpft gegen Windmühlen und sieht dabei nicht intelligenter aus wie einst Don Quichote. Denn selbst wenn Megaupload nicht am Netz ist und FileSonic, Uploaded und andere das Sharing einschränken oder überhaupt aussetzen - verschwinden damit die illegalen Downloads oder das private P2P Sharing? Keineswegs! Es verlagert und verteilt sich mehr und P2P lebt stärker auf.

Um 600 Euro kriegt man schon einen PC mit 2 TeraByte Platte. Und was ist auf den 2 TeraByte drauf? Jeder neue Fernseher hat einen Internetanschluss einen Browser und Abschlüsse für Festplatte und USB-Sticks. Was tut man damit? Facebooken oder E-Mails ansehen? Sicher nicht.

Was aber beim Ritt gegen die Windmühle passiert, ist, dass das Internet beschädigt wird und unsere Rechte auf Meinungsfreiheit und unbeobachtete Kommunikation eingeschränkt werden. Gegen die Dummheit der Bosse der Filmindustrie ist wahrscheinlich kein Kraut gewachsen. Aber auf der politischen Ebene tun wir gut daran jegliche Einschränkung des Internet und damit einhergehend von Grundrechten aktiv zu bekämpfen. Weg mit ACTA, SOPA und PIPA. Was wir stattdessen vielmehr benötigen ist eine zeitgemäße Reform von Urheberrechtsgesetzen und dem Patentwesen.

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Reaktionen auf diesen Artikel



Wiener, 25.01.2012
Raffgier und Intelligenz...
...sind selten gepaart. Das Einkommen der Künstler ist den Agenturen ein sekundäres Anliegen. Bereits jetzt stehen Käufer von Brenn-CDs und Scannern im Generalverdacht, ungerechtfertigte Kopien anzufertigen. Deswegen haben wir schon seit längerer Zeit Gesetze, nach denen wir *alle* schon dann zur Kasse gebeten werden, wenn wir noch gar nicht wissen, was mit diesen Teilen später einmal kopiert wird.
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