(1.8.2011, 11:45) Soeben hat Wien Energie in einer Presseaussendung die Beendigung der Kooperation mit A1 bekannt gegeben. Auch A1 hat schon vor etwa 2 Wochen begonnen seine Kunden über die Einstellung des Angebots zu informieren. Als Alternative wird ein Umstieg auf DSL- und Mobilfunk-Breitband von A1 angeboten. Was allerdings leider lächerlich ist, denn selbst wenn man das Glück hat einen Anschluss an das A1- Giganetz zu erhalten, muss man sich mit vergleichsweise mageren 30 Mbs im download und erheblich weniger im Upload zufrieden geben.
Im Vergleich zu Angeboten nur 60 km von Wien entfernt, nämlich in Bratislava oder gar in Litauen, ist das Netz von A1 nur ein Gigerl-Netz und der Begriff Giga fehl am Platz. Im Glasnetz von Bratislava, an das 70% der Haushalte angeschlossen sind, erhält im Plan Optik 3 40 Mbs um 17,99 Euro. In Litauen zahlt man für 100 Mbps knapp 17 Euro und für 300 Mbps knapp 27 Euro im Monat. Und in Vilius sind bereits 86% der Haushalte angeschlossen.
Dass es hier einen Standortvorteil gegenüber Österreich und insbesondere Wien gibt, liegt auf der Hand. Der Ausbau einer zeitgemäßen Breitbandinfrastruktur geht bei uns nur höchst schleppend voran. Wobei es aber in Wien doch recht interessante Netze gibt, die genutzt werden könnten.
Und es gab eine Kooperation zwischen A1 (noch als Telekom Austria) und Wien Energie, die bedeutend ausgeweitet werden sollte. Wir ich aus gut informierten Kreisen gehört habe, sollen sich die Verhandlungen zwischen Wien Energie und der TA sehr mühsam gestaltet haben. Am Ende soll es dann Wien Energie gewesen sein, die in letzter Sekunde die Verhandlungen zum Platzen gebracht haben. Als schon alles unterschriftsreif war, hat Wien Energie in der allerletzten Runde seine Forderung plötzlich um einige Millionen erhöht. Die TA verließ daraufhin die Gespräche und kehrte nicht mehr zurück.
Nun gönne ich den beiden Firmen D-Light und TeleTronic ihre Partnerschaft mit Wien Energie. Dass beide aber geschäftlich schlicht und einfach nicht den Muskel haben Marketing dafür zu machen, zeigen die Bilanzen, die vor allem Verlustvorträge aufweisen. Und was noch viel wichtiger ist: Beide sind sicher nicht in der Lage an das Basisnetz anknüpfend weitere Kunden anzuschließen und das Netz auszubauen. Diese Potenz hätte A1 dagegen zweifellos.
Wenn Wien Energie nun ein beliebiges privates Unternehmen wäre, könnte man kaum etwas dagegen sagen, dürfen doch Eigentümer mit ihren Aktiva machen was sie wollen. Hier jedoch ist der Eigentümer des Glasnetzes die Stadt Wien und damit letztlich der Wiener Steuerzahler.
( )© Telekom-Presse
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