(19.1.2012, 23:55) Megaupload war vorgeworfen worden, angeblich einen Schaden von 500 Millionen Dollar für die Musikindustrie verursacht zu haben. 150 Millionen registrierte User und 50 Millionen tägliche Besucher frequentieren die Seite und sind für 4% des Internet Traffic verantwortlich, so das US-Justizministerium. Die Seite wurde deshalb auf Antrag der Musikindustrie gesperrt und angeblich sogar Angestellte verhaftet. Nach Meldungen auf Twitter sollen die Verhafteten aber keine Amerikaner sein und wurden auch nicht in den USA verhaftet. Insgesamt soll es sich um 7 Mitarbeiter, 4 davon in Neuseeland handeln.
Die Aktion wurde von internationalen Polizeibehörden in den USA, Deutschland, Niederlanden, UK, Kanada, Hongkong, Neuseeland und den Philipinen durchgeführt. Dabei wurden Werte im Ausmaß von 50 Millionen Dollar beschlagnahmt. Dazu sollen 525 Server in den USA, 630 in den Niederlanden, sowie eine Reihe von Luxusartikeln und Luxusautos mit Kennzeichen wie GOD oder MAFIA gehört haben.
Die Nachricht wurde von der Hackergruppe Anonymous nicht sehr goutiert. Man schritt daher zügig zum Gegenangriff. Sehr rasch wurde eine DDoS Attacke organsiert, an der sich wie vielen Tweets zu entnehmen ist, auch europäische Zweige der Gruppe beteiligen.
Derzeit sind also die Websites des Justizministeriums, von RIAA, MPAA und Universal Music nicht mehr erreichbar. Auch die Website des US-Copyright Office ist eben offline gegangen. Im Moment sind die Behördenserver so überlastet, dass nicht einmal mehr die Sperranzeige auf der Megaupload Seite mehr kommt.
Nach dem internationalen Protesttag gegen SOPA war es sicher keine gute Idee mit so einer Aktion daherzukommen.
In der Zwischenzeit sollen es bereits rund 15 Musikverlage sein, die von der DDoS Attacke betroffen und nicht mehr erreichbar sind. Das nächste Ziel soll das FBI sein.
Den Meldungen zufolge dürfte es sich um eine der größten Aktionen von Anonymous handeln, die es bisher gegeben hat. Es werden laufend über wachsende Zahlen von Teilnehmern in den IRCs berichtet.
Auf Twitter überschlagen sich die Tweets förmlich und die Hashtags #OpMegaUpload, #DepartmentofJustice oder #UniversalMusic füllen die Top 10 Trending Anzeigen. Und das obwohl Twitter offenbar immer wieder die betreffenden Hashtags aus seiner Top Trending Liste entfernt.
[Update 1] Die Zahl der Ziele nimmt offenbar genauso rasch zu wie die Zahl der Teilnehmer - im Moment 5.600. So soll auch die Polizei in Utah down sein und sogar auf WhiteHouse.gov wird ein Angriff lanciert.
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[Update 2] Aber auch hier gilt wieder die alte Regel des Interent: Was einmal im Internet ist, bleibt drinnen. Die Megaupload Seite ging soeben wieder online. Sie ist zu ereichen unter http://megavideo.bz/.
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[Update 3 00:57] La résistance est international - der Widerstand ist international. Soeben wurde die Internetseite der französischen Copyright Agentur Hadopi lahmgelegt. Alle Quellen berichten, dass dies die bisher größte und internationalste Aktion von Anonymous ist. Am Blogpost von Anonymous wird berichtet, dass die Aktion begonnen hat nur wenige Minuten, nachdem das Justizministerium die Ausschaltung von Megaupload bekannt gegeben hatte. Auch das FBI wird angegriffen und ist im Moment nicht erreichbar.
[Update 3 08:30] Die Aktivitäten sind noch immer in Gange, ein Ende zeichnet sich noch nicht ab. Nach Angaben auf Pastebin sollen folgende Website abgeschaltet gewesen sein: justice.gov; universalmusic.com; riaa.org; mpaa.org; copyright.gov; hadopi.fr; wmg.com; usdoj.gov; bmi.com; fbi.gov, utahchiefs.org.
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