Abschluss Testbericht Samsung Galaxy Nexus Teil 3

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Abschluss Testbericht Samsung Galaxy Nexus Teil 3

 
 

Im dritten und letzten Teil wollen wir uns in erster Linie mit den Neuerungen in IceCream Sandwich und den Google Apps befassen.

 

(11.12.2011, 19:40) Im Teil 1 und im Teil 2 haben wird schon sehr viel über Hardware, Benutzbarkeit und Neuerungen berichtet. Nun wollen wir das neue Android 4.0 noch etwas näher durchleuchten. Das Ziel von Ice Cream Sandwich war ein einheitliches System für ein ganzes Spektrum an Displaygrößen zu schaffen. Smartphones ab 3,5 Zoll sollten ebenso damit auskommen wie Tablets mit 10 oder mehr Zoll und ich vermute, dass es auch für TV-Geräte mit 50 Zoll Diagonale geeignet sein soll. Hinweise darauf bieten etwa die nun in der Größe veränderbaren Widgets.

Auf dem Galaxy Nexus ist die Version 4.0.1 installiert und ich nehme an, dass in nicht allzu ferner Zukunft eine Version 4.1 kommen wird, die einige kleinere Uneinheitlichkeiten im User Interface ausbügeln wird.

Das Nexus ist mit einer ganzen Reihe von Sensoren ausgestattet, nämlich GPS, Beschleunigung, Barometer, Kompass, Drehung, Annäherung und Licht. Mit der App GPS Status sieht das Gerät auch Indoor mehr Satelliten als das Galxy S2 und bekommt auch einen rascheren Fix. In Google Maps bekomme ich auch eine präzisere Positonsbestimmung. Was völlig danebenliegt, ist die Lauf App Runtastic, die am Nexus 4,47 km anzeigt, wenn das S2 nur 4,14 km unterwegs gewesen sein will. Allerdings hatte ich am S2 die Pro-Version, aber ich denke nicht, dass das den Unterschied macht. Vermutlich müssen Apps erst mit dem wesentlich schnelleren Betriebssystem zurechtkommen.

Kontakte, SMS und Anrufe

Die drei Apps haben ein komplett neues Layout bekommen. Was früher dunkel war ist nun meist hell. Die Fotos sind prominenter untergebracht, was gut ist, solange diese eine ausreichend hohe Auflösung besitzen oder man über etwas Körnigkeit hinwegsehen kann. Im Drop-Down-Menü lassen sich Klingeltöne einstellen oder wahlweise alle eingehenden Anrufe an die Mailbox weiterleiten. Das Alphabet am rechten Displayrand ist verschwunden. Wenn man allerdings auf den rechten Rand tippt und auf und ab wischt erhält man wieder die Buchstaben des Alphabets angezeigt und kann damit sehr gut positionieren. Auch sieht man mehrere Nummern, so sie bei einem Kontakt vorhanden sind.

Allerdings unterscheiden sich die Telefon Kontakte, wie überhaupt diese App von SMS oder den normalen Kontakten. SMS und Kontakte haben einen weißen Hintergrund, Telefon und die Telefonkontakte einen schwarzen. Die Kontakte wirken angenehmer als früher, passen aber nicht so recht zum Rest von Android.

Eine ähnliche Überarbeitung haben auch die E-Mail und Gmail App erfahren, die nun direkter und schneller zu bedienen sind. Das Design entspricht auch dem der SMS-App.

Im linken Bild das, was man bei der Entsperrung zu sehen bekommt und rechts das Bild das bei einem Anruf angezeigt wird. Das Problem dabei: Die Fotos habe ich auch in Outlook und da ist eine bessere Auflösung nicht machbar. Und außerdem bin ich mir auch gar nicht sicher, ob ich mich jedesmal aus dieser höchst eigenen Perspektive sehen möchte.

Was neu gestaltet wurde, ist wie man zur SMS Funktion gelangt. War dies im Galaxy S2 in Smasungs eigener App mit einem Wisch nach links möglich, muss man sich in Android 4 ziemlich kompliziert dorthin manövrieren. Sehr positiv entwickelt haben sich die Tastaturen. Sowohl im Portrait- als auch im Querformat wirken sie klarer und aufgeräumter. Man hat auch unnötige Tasten endlich weggelassen. Was ich aber schmerzlichst vermisse, ist die Swype Funktion, sonst bei der Galaxy Serie Standard.

Allerding hat man noch die Möglichkeit der Spracheingabe, die ebenfalls überarbeitet wurde und auch zuverlässiger funktioniert als bei Android 2.3. Obwohl das alte Leiden fortbesteht, dass es manchmal völlig unmotiviert auf Englisch umschaltet, obwohl am Screen als Sprache Deutsch (Deutschland) zu sehen ist. Hier wieder der Vergleich der beiden Apps:

Was man hier sehr schön sieht ist der Unterschied zwischen Android 4.0 links und Android 2.3 rechts. Die Geräte lagen nebeneinander und die Aufgabe war zuerst das Wort „Esel“ zu verstehen und dann „und nochmal ein Esel“. Das Nexus war sehr verständig, während das S2 eher woanders unterwegs war. Allerdings – bei der mittleren SMS ist einiges an Englisch zu sehen, obwohl ich auch hier nur das Thema Esel variiert habe.

Probleme in Ice Cream Sandwich

Es wurde in Android wirklich viel verändert und man sieht die Evolution von Gingerbread über Honeycomb zu einem einzigen Betriebssystem. Was aber noch fehlt ist die Einheiltlichkeit, wie man sie etwa von iOS oder Windows Phone kennt.

Übrigens halte ich es für wenig sinnvoll Ice Cream Sandwich auf älteren Geräten zu installieren. Für die Softkeys wird etwa 0,35 Zoll an Display verbraten, womit es unproportioniert wirken würde. Oder man geht einen Kompromiss ein und verwendet weiter die vorhandenen Hardware Tasten, womit sich aber wahrscheinlich einige Inkonsistenzen in der Benutzeroberfläche ergeben. Vor allem die Kontextmenüs werden bisher via Hardwaretaste aufgerufen und sind nun als drei senkrechte Punkte meist rechts oben zu finden.

Das Betriebssystem wirkt an einigen Ecken und Enden immer wieder unaufgeräumt und inkonsistent. Und gelegentlich wirkt Ice Cream Sandwich wie ein Flickenteppich, dem einfach der einheitliche Look fehlt. Der elegante Homescreen und die schicke Benachrichtigungen-Leiste kommen in einem Stil, die Widget-Kacheln im nächsten Design, und das kontrastreiche Adressbuch und der überarbeitete Anrufe-Screen wirken wieder wie aus einer anderen Welt. Und dann kommt man sich vor, als hätten drei verschiedene Entwickler-Gruppen das Betriebssystem gerade noch rechtzeitig über die Bühne gebracht. Immerhin: Das etwas zerfahrene Design beeinträchtigt die Usabilty nicht.

Und während Ice Cream Sandwich sicherlich einige Abläufe vereinfacht, so gibt es auf der anderen Seite wiederum Features, die sich nicht mehr so einfach erschließen wie in früheren Versionen. Beispiele dafür sind die SMS-App oder die Behandlung einkommender Anrufe. Oder das Ausschalten der Drehung, das man jetzt nur mehr zimelich tief in den Einstellungen erreichen kann. 

Aber ich denke, das wird bereits in den ersten Versionen, die die Hersteller herausbringen anders sein. Auch das Galaxy Nexus ist kein reines Samsung Gerät und beim S3, oder wie auch immer das neue Flaggschiff heißen wird, wird Samsung sicher einiges an Verbesserungen einbauen.

Fazit

Mit Ice Cream Sandwich hat Google ohne Zweifel einen großen Sprung nach vorne getan. Funktionell und technisch hat es damit die Konkurrenz nun deutlich abgehängt. Was Eleganz und Einheitlichkeit anlangt, gilt es aber noch aufzuholen.

Das Galaxy Nexus ist was das Display anbetrifft sicher einsame Spitze im Smartphone Markt, ebenso wie bei den kommunikativen Möglichkeiten. Bei der Kamera bleibt es etwas hinter den von Samsungs gewohnten Standards zurück. Samsung wollte offenbar die absolute Spitzenausstattung den ersten ureigenem Angebot vorbehalten.

 

 Hier nochmals die detaillierten Specs:

Network

HSPA+ 21 Mbps/HSUPA 5,76 Mbps 850/900/1800/2100
EDGE/GPRS 850/900/1800/1900
LTE Versionen sind verfügbar

Prozessor

1,2 GHz Dual Core Prozessor

Display

4,65 Zoll 1280x720 HD Super AMOLED

OS

Android 4.0.1 Ice Cream Sandwich

Kamera

Rückseite: 5 MP AF mit LED Flash, verzögerungsfreie Auslösung
Vorderseite: 1,3 MP für Videoanrufe

Video

Codec: MPEG4/H.236/H.264
Playback: 1080p@30fps
Recording: 1080p Full HD Video @30fps

Audio

Codec: MP3/AAC/AAC+/eAAC+
3,5 mm Kopfhörer

Google
Mobile Services

Android Market, Gmail, Google Earth, YouTube, Movie Studio, Google Maps mit 3D und Navigation, Snchronisation mit Google Calendar, Google+ App

Connectivity

Bluetooth v 3.0. USB 2.0, WiFi 802.11 a/b/g/n (2,4 GHz, 5 GHz); NFC

Sensoren

Beschleunigung, Kompass, Gyro, Licht, Näherung, Barometer

Speicher

1 GB RAM und 16 GB oder 32 GB

Maße

135,5 x 67,94 x 8,94 mm; 135 Gramm

Akku

1.750 mAh, LTE Version 2.100 mAh

 

Testbericht Teil 1

Testbericht Teil 2 

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