(13.12.2011, 10:30) Facebook versuchte, als Reaktion auf zahlreiche Beschwerden und Debatten über den Datenschutz, Privatsphäreeinstellungen zu schaffen, die einer verbesserten Datensicherheit genügen. Dabei kam es laufend zu Änderungen der Einstellungsoptionen, was aber eindeutig die Komplexität erhöhte.
Problematisch dabei ist, dass die Mehrheit der Nutzer offenbar mit den Schutzeinstellungen überfordert ist. Dies zeigt zumindest der State of Online Private Sharing Report von Posterous. Der Großteil der Facebook Nutzer ist demnach nicht ausreichend über Optionen, die Konto- und Priovatssphäreeinstellungen bieten, informiert.

Die Mehrheit der Befragten, nämlich 68 Prozent, gaben an, dass sie sich nicht hundertprozentig mit den Einstellungen auskennen und ausreichend über die Möglichkeiten, die bestehen Bescheid wissen.
Offenbar können sich die Facebook Nutzer mit den sich ständig ändernden Privatsphäreinstellungen nicht anfreunden bzw. wollen sich nicht ständig damit auseinandersetzten.
Einer der Hauptgründe der Aversion gegen die Datenschutz-Optionen liegt womöglich auch in der teilweise noch sehr umständlichen Formulierung in der deutschen Version von Facebook.
Unabhängig davon, wie gut Facebook die Datenschutzeinstellungen optimiert, werden diese allerdings wenig Sinn haben, solange die Nutzer nicht bereit sind, sich mit ihnen zu beschäftigen. Hilfreich wäre das Anbieten eines Tutorials, insbesondere bei der geplanten Einführung der Timeline und der Open Graph Apps.
Facebook wird immer komplexer und vielschichtiger und für zahlreiche Nutzer offenbar zu kompliziert. Kein Wunder, immerhin gibt es viele, die das soziale Netzwerk nicht tagtäglich nutzen und sich nicht ständig mit neuen Einstellungen vertraut machen. In Zukunft wird es sicher noch zu weiteren Verbesserungen der Privatsphäreeinstellungen kommen. Ob diese auch tatsächlich genutzt werden, wird sich zeigen.
Die Ergebnisse der Studie von Posterous wurden in einer Infografik zusammengefasst. Die Wichtigsten sind dabei:
· 61 Prozent der Nutzer würden mehr Inhalte teilen, wenn sie mehr Kontrolle über die Sichtbarkeit der Updates hätten.
· Zudem glauben 7 von 10 Facebook-Nutzer, dass Facebook darauf abstellt, dass sie sämtliche Inhalte mit der Öffentlichkeit teilen.
· Interessant ist auch, dass im Durchschnitt ganze 45 Prozent der "Freunde" die man auf Facebook hat, Menschen sind, die man im realen Leben niemals getroffen hat.

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